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Schöne neue Welt – Der Name meines Blogs verweist auf einen alten Sciencefiction Roman, den Aldous Huxley 1932 geschrieben hat.
In den 90 Jahren spielte dieser Roman in einer anhaltenden und viele Menschen mitreißenden Diskussion deutscher Philosophen und Sozialwissenschaftler eine große Rolle.
Das Werk gehört zu den einflussreichsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Es inspirierte Autoren aller Generationen zu eigenen Zukunftsvisionen.

Kurz zum Inhalt:
Mittels physischer Manipulationen der Embryonen und Föten sowie der anschließenden mentalen Indoktrinierung der Kleinkinder werden die Menschen gemäß der jeweiligen gesellschaftlichen Kaste geprägt, der sie angehören sollen. Die Gesellschaft verfügt über Menschen der Kaste  „Alpha-Plus“ (Führungspositionen) und über Menschen der Kaste „Epsilon-Minus“, die in der Gesellschaft die einfachsten Tätigkeiten verrichten. Dazwischen liegen abgestuft die anderen Kasten.

Huxley schuf eine technisch und psychologisch durchstrukturierte Welt, in der die Menschen über genetische Maßnahmen und Verhaltenstraining in 5 unterschiedliche Kasten eingeteilt werden, die sie weder verlassen wollen noch können.
Es herrscht sozialer Frieden, weil jede Kaste auf ihre Weise befriedigt wird und ein Wunsch, mehr zu sein und anders zu sein, den Menschen gleich nach der Geburt drastisch und für ihr ganzes Leben ausgetrieben wird.
Der Friede wird damit erkauft durch ein System, das nicht nur Ungleichheit und Unrecht duldet, sondern selbst systematisch herstellt.
Es herrscht Wohlergehen und Reichtum in den beiden oberen Klassen, der Rest lebt wesentlich einfacher, ist aber zufrieden.Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, die den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung nimmt. Die Regierung jener Welt bilden KontrolleureAlpha-Plus-Menschen, die von der Bevölkerung wie Idole verehrt werden.
1932 konnte Huxley die heute bestehenden genetischen Möglichkeiten der Manipulation von Menschen nicht voraussehen. Er griff nach den Erkenntnissen und Möglichkeiten seiner Zeit.

Das Besondere und für unsere heutige Welt verblüffend Bekannte:
Das Unterdrückungssystem wird nicht per Zwang und körperlicher Gewalt, sondern durch gezielte Manipulation durchgesetzt. Der Totalitarismus der schönen neuen Welt“arbeitet“ nicht mit niederknüppelnder Macht, sondern weit effizienter. Er bringt vielmehr das Volk mittels Propaganda, Medien und manipulativer Erziehung dazu, seine  seine eigene Versklavung zu lieben.
Besonders wirksam dabei sei es, so die Ideologen dieser Schönen neuen Welt, gezielt Informationen zu verbergen: „groß ist die Wahrheit, aber größer, vom praktischen Gesichtspunkt, ist das Verschweigen der Wahrheit“.
Voraussetzung für das Gelingen dieses Verschweigens ist wirtschaftliche Sicherheit, die aufrechtzuerhalten erste Priorität des totalitären Staates ist.

Die typischen Verhaltensmerkmale der Menschen in der Schönen Neuen Welt kommen einem beinahe so vertraut vor, als spiele der Roman in unserer Gesellschaft:

  • Die gesellschaftlichen Normen fordern von den Bürgern zahlreiche sexuelle Kontakte mit kontinuierlich wechselnden Partnern  die ausschließlich dem Vergnügen dienen sollen. Liebe und emotionale Leidenschaft gefährden nach Meinung der Weltregierung die Stabilität.
  • Kunst und Literatur sind durch das „Fühlkino“ (im Original: Feelies) ersetzt, in dem auch körperliches Empfinden dem Zuschauer physiologisch übertragen wird. Der Handlungsverlauf der gezeigten Stücke ist dabei ohne tiefere Bedeutung, da aufgrund der emotionalen Verarmung der Menschen die Grundlage für einen anspruchsvollen Inhalt fehlt. Die Geschichten sind trivial und gleichförmig auf Action und Erotik ausgelegt.
  • Um größere Gefühlsschwankungen zu vermeiden, die zu negativen Verstimmungen führen können, nehmen die Menschen regelmäßig Soma ein, eine Droge, die stimmungsaufhellend und anregend wirkt und auch als Aphrodisiakum verwendet wird. Anders als Alkohol hat es bei üblicher Dosierung keine Nebenwirkungen und wird synthetisch hergestellt.
  • Bildung beschränkt sich auf eine pragmatische, für die Gemeinschaft nützliche Wissensvermittlung. Humanistische Bildung ist gesellschaftlich nicht gewünscht, da sie den Menschen zum Nachdenken anregt und ihm eine kritischere Sicht auf die Welt ermöglicht. Da es nicht im Interesse der Allgemeinheit ist, den Menschen für die Defekte dieser Gesellschaft zu sensibilisieren, wird jede Bildung, die sich auf kulturelle Überlieferung stützt, unterdrückt. „Geschichte ist Mumpitz“.

 

Mein Blog und die Webseite, der ich ihren Namen frei nach Huxlys Roman gegeben habe, handelt von unserer heutigen Schönen Neuen Welt.

Was ich versuche:

  • Die heutige Welt und ihre Ereignisse werden analysiert, beobachtet, ihre Hintergründe werden aufgedeckt.
  • Die Menschen dieser Gesellschaft versuche ich voller Solidarität  zu beobachten,  in Szene zusetzen.
  • Mein eigenes Leben unter den Bedingungen dieser schönen neuen Welt ist ebenfalls Gegenstand meines Blogs.
  • Außerdem möchte ich meine eigenen  Gedanken über unsere Schöne Neue Welt machen.
  • und was mir noch dazu einfällt …

Warum schreibe ich diesen Blog?
Es geht mir nicht darum, gesehen, bekannt, publik zu werden. Aber ich habe noch immer oder vielleicht auch gerade jetzt noch so einiges zu sagen, zu erzählen, zu fragen und zu überdenken. Das möchte ich nicht ganz alleine tun.
Wer sich angesprochen fühlt, darf gerne mit mir Kontakt aufnehmen. Ich gebe mich zufrieden damit, dass einige Menschen mich lesen und vielleicht dadurch selbst zu nachdenken oder zum  sprechen angeregt werden. „In Köln liest mich eine und auch in Meinerzhagen ist da wer. Das sind schon zwei.“ (frei nach  )

Ich bin inzwischen fast 70 und schon seit Jahren in Rente. Inzwischen habe ich es sogar geschafft, mich von dem Workholismus zu verabschieden, der mich mein Berufsleben lang begleitet hat und mich am Beginn der Rente dazu verführte, noch einmal richtig aktiv zu werden.
Das habe ich gemacht, erfolgreich und mit großer Befriedigung – bis ich gemerkt habe, dass ich inzwischen aus vielen Gründen nicht mehr zu denen zähle, die in dieser Welt aktiv sein können, die versuchen müssen, mit  ihr zurecht zu kommen und auch nicht zu denen, die die Kraft haben, sie zu verändern und ihr die Zähne zu zeigen.

Ich ziehe mich auf die Rolle des weisen Beobachters der Gegenwart zurück.
Ich möchte nicht fortgehen, ohne über die gegenwärtigen gesellschaftlichen Umstände in dieser „schönen, neuen Welt“ gesagt zu haben, was ich zu sagen habe. Und ich möchte jetzt, wo ich auf niemand mehr Rücksicht nehmen muss, wo ich nicht mehr diplomatisch und schon gar nicht pragmatisch argumentieren muss, genau das sagen, was ich sagen will und meine. Endlich.

Wie wird diese Seite gestaltet?

Ich werde hier zum einen einen Blog schreiben, über alltägliche Beobachtungen, Gedanken, Schrecknisse aber auch über schöne Erfahrungen berichten.

In den verschiedenen Seiten ( s. Menüleiste)
äußere ich mich zu den mir wichtigen Themen , nicht  spontan wie im Blog, sondern grundsätzlicher und systematischer. (Einige wichtige, passende Blogbeiträge werde ich in diese Seiten übernehmen.)
Was inhaltlich dort diskutiert wird und welche Bereiche ich berühren will, das steht auf der 1. Seite der verschiedenen Menüseiten.

Hier nur einen kurzen Überblick.

Was unterscheidet Menschen und was macht sie zu VertreterInnen der Art Mensch?
Wie leben Menschen?
Was bewegt sie?
Wie schaffen sie es, klar zu kommen?
Was brauchen sie?
Wie erleben sie ihre Welt?
Welche Geschichten begegnen mir?

Wieso geht es bei uns seit einiger Zeit auch im Sozialbereich, nur um Gewinne statt um das Wohl der Menschen?
Warum ist der Sozialbereich der am wenigsten wichtige für unsere Politik?
Wie kann es sein, dass mit Bildungsbedürfnissen oder mit Hilfeleistungen für Kinder und Familien Geschäfte gemacht werden.



Was ist mit unserer Gesellschaft passiert?
Wollen wir so leben?
Warum schweigen fast alle und keiner wehrt sich- auch wenn er so nicht leben wollen.
Warum ist es ein Tabu, das bestehende gesellschaftliche System in frage zu stellen?

 

Was bedeutet Literatur und Kunst?
Ist die gegenwärtige Kunst eine Spiegelung der bestehenden Gesellschaft?
Was lohnt, zu lesen?
Welcher Film gefällt mir oder war unerträglich?
Was habe ich selbst zu Papier gebracht?

 

Wer viel erlebt hat, macht sich mitunter viele Gedanken.
Es gilt Fragen zu stellen. Aber immer wieder gelingt es auch, Antworten zu geben, zumindest vorläufige Antworten.