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Mai 2012
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Archiv der Kategorie Klausi's Kommentar

Klausi’s Kommentar: Wozu das Ganze?

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Da steigen meine alten Herrschaften ins Auto und fahren den ganzen Tag, fahren ungefähr 600 km weit. Dann bringen sie mich in eine fremde Wohnung, in der es nach Chemie riecht und die ein bisschen ungemütlich ist. Hier verbringen sie vier Tage, fahren zwischendurch immer wieder weg und ich darf auf dem Fensterbrett sitzen und warten.

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Draußen sehe ich komische Sachen, eine Mühle, so eine von früher, ziemlich altmodisch und bestimmt nicht besonders effizient und dicke Türme, die ganz hell erleuchtet werden, wenn es dunkel wird.
Und alle Viertelstunden bimmelt so ne blöde Glocke von dem dicken Kirchturm. Wenn die viermal hintereinander gebimmelt hat, dann schlägt noch eine andere, tiefer klingende Glocke und gegen Abend hört sie fast gar nicht mehr auf. Jede Menge Schläge, vier und noch viel mehr. Weiter kann ich leider nicht zählen. Aber was solls, haben die Leute hier keine anständigen Digitaluhren? Wer hat denn heute noch die Zeit, dauernd nachzuzählen?
Meine Mutter sagt, die Betten wären nicht so gut wie zu Hause. Das Ledersofa findet sie kalt. Es gibt viel zu wenig Steckdosen. Ja warum sind sie denn dann überhaupt hierher gefahren?
Immerhin, nach vier Nächten packen sie alles wieder ein und machen die gleiche lange Tour zurück.

Unsere Töle findet das ja nicht schlimm. Die ist ja einfach nur froh, wenn die Alten sie mitnehmen und hier und da mal ein Leckerli rausspringt. Die ist viel zu dumm, um sich über den Sinn dieser Reise Gedanken zu machen.
Mich aber beschäftigt die Frage immer noch, auch jetzt noch, wo wir endlich wieder zu Hause sind und ich mich wieder auf dem Bett meiner Mutter rumflätzen kann:
Wozu das Ganze?

Klausi’s Kommentar: Mobilteil ruft Basisstation

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Eigentlich hätte ich ja gewettet, dass das nun nichts mehr wird mit der neuen Telefonanlage.
Aber Menschen sind offenbar eine sehr geduldige Spezies. Zumindest Papas.
Aber der hat in der Sache sowieso den Vogel abgeschossen.

Hatten sich eine teure neue Telefonanlage gekauft. Erst lief alles einigermaßen, weil sie ein Fachmann eingerichtet hatte. An unserer Technikwand unter der Treppe hing nun wieder so ein kleines schwarzes Plastikkästchen mehr.

Dann kam ein neuer DSL-Anschluss, wieder ein neues Kästchen …

Papa wollte nach der DSL-Installation die Technik-Ecke mal richtig aufräumen und warf alles weg, was wir nicht mehr brauchten.

Dann passierte es: unser Telefon blinkte und verlangte mit sturer Boshaftigkeit nach einer Basis. Eben hatte es noch funktioniert! Das gab es doch nicht! Erfreulicher Weise tat es das gute alte analoge Telefon noch. Dort allerdings funktionierte der Anrufbeantworter nicht: Die Leute zwar sprachen rein, aber wir konnten die Anrufe nicht abhören.

Aber was soll’s? Früher hatten die Leute schließlich überhaupt kein Telefon!

Monate vergingen. Mama verbrachte Nachmittage damit, die Anlage neu an die Basis anzumelden. Aber nichts passierte. Papa versuchte es schließlich auch mal 1 ganze Stunde lang - umsonst. Das Mobilteil rief verzweifelt und stur, um nicht zu sagen es jammerte nach seiner Basisstation.
Jetzt bemühten sich die Alten dann doch endlich um fachliche Hilfe.
Der erste technisch versierte Mensch, dem sie ihr Leid klagten, sah das jammernde, beklagenswerte Mobilteil an und behauptete, wir hätten gar keine Basisstation. Mama wäre fast aus der Haut gefahren. Schließlich hatten wir sie vor einem Jahr gekauft. Sie war ziemlich teuer gewesen. Sie hing unten, war eines der vielen schwarzen Kästchen an der Technikwand.
Schließlich fing es an zu dämmern. Die unglaubliche Behauptung des Technikers, wir hätten wohl die Basisstation weggeworfen, für die meine Mama ihm fast eine geklebt hatte (Wer ist denn so blöd und wirft seine Basisstation weg!!??? Will der uns verarschen?), sie stimmte doch. Am Ende eines langen Bewusstwerdungsprozesses gestand Papa sich und Mama schließlich ein, dass er wohl das falsche Kästchen entsorgt haben musste damals.
Unser Telefonmensch, der vor einem Jahr das Telefon eingerichtet hatte, konnte schließlich die traurige Tatsache nur bestätigen.

Wir kauften also eine neue Basisstation, diesmal mit 2 Mobilteilen. Aber der Telefonmensch hatte offenbar keine Zeit mehr für uns. Vielleicht waren wir ihm unheimlich, Leute die es schaffen ihre Basisstation zu entsorgen! Wieder warteten Mama und Papa mehr oder weniger geduldig einige Monate, telefonierten bescheiden mit dem alten Exemplar und entschuldigten sich bei den empörten Anrufern, dass wir auf ihren Text auf dem Anrufbeantworter nicht reagiert hatten….

Und dann machten sie sich eines Tages an einem nassen, kalten Novembersonntag daran, die neue Anlage selber zu installieren.
Und nach etwa 2 Stunden klingelten beim Kontrollanruf auf einmal ganze 4 Telefone, auch das analoge Telefon und sogar das gebeutelte, unverstandene rote Mobilteil. Auf dem Bild seht ihr uns zwei, wir haben Freundschaft geschlossen in dieser harten Zeit der Ignoranz…..
Jetzt haben wir in jedem Raum ein Telefon. Und Papa wird hoffentlich nie mehr ein schwarzes Kästchen wegwerfen……

 

Klausi’ Kommentar: die doofen Kraniche

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Hey, Leute, ich weiß ja nicht was das soll, dieses ewige Gegucke nach den komischen Schreihälsen da oben! Papa und Mama linsen immer begeistert hoch, als wär da was Tolles zu sehen. Dabei flattern diese Kraniche in den letzten Wochen ständig über unserer Häuschen weg. Mal viele, mal wenige, manchmal ist die Linie halbwegs grade, aber oft ist da oben offenbar auch manches nicht so richtig klar. Scheinen mir nicht besonders helle, die Vögel! Nicht mal ihren berühmten Keil kriegen sie immer hin, dafür machen sie aber einen Lärm, als gehörte ihnen der Himmel!
Aber meine Eltern legen jedes Mal den Kopf nach hinten und schauen entzückt hinter denen her. Menschen sind schon ziemlich merkwürdig.

Statt sich an mir zu freuen, der ich nicht nach Süden fliege und nur ganz leise, kaum hörbar vor mich hin brumme! Aber was soll’s! Wenn endlich Ruhe da oben ist, dann wird es schön gemütlich bei uns und ich kann mich auch mal wieder in Erinnerung bringen.

Der Kuschelbär in der Hand ist besser als der Kranich am Himmel, stimmts?

Klausi’s Kommentar: Naja, ich kann warten …

klausiminikorr.jpg Ihr habt es vielleicht schon gemerkt: Ich bin hier ein bisschen in Vergessenheit geraten. Mama muss ewig arbeiten mit ihren blöden Studenten und Papa ist ständig dran mit der ollen DDR und seinen Stimmen…

Außerdem gibt es ja bekanntlich die Anka, die Töle, wegen der Papa sich zu Liebeserklärungen im Internet herbeiläßt. Ich ahnte es ja!

Dennoch, wenn meine Mama in Rente ist und sie ihr schwarzes Buch fertiggeschrieben hat über Soziale Arbeit und was da alles nicht mehr so ist, wie es sein sollte, wenn sie also damit fertig ist, dann will sie sich dem eigentlichen Thema ihres wissenschaftlichen Interesses zuwenden; dem Kuscheltier an sich.
Jetzt traut sie sich noch nicht, sich mit dem Thema vor ihren Studenten und den Kollegen zu outen. Aber dann kann sie ja mache, was sie will. Und wir Kuscheltiere haben sie schon immer ganz doll interessiert, als quasi-lebendige Wesen wie ich und ebenso als psycho-soziale Phänomene. So hat sie es mir neulich erzählt.
Und dann werde auch ich wohl wieder den Platz hier einnehmen, der mir eigentlich zusteht. Ich kann warten.

Aber nicht zu lange, sonst bin ich doch bald ein Fall für Dr. Kindermann und seine Kuscheltier-Klinik (Psychiatrie für misshandelte Kuscheltiere)!
Kennt ihr nicht? Ein Muss für alle Freunde der Kuscheltiere und die, die sich für deren sensible Psyche interessieren: http://www.parapluesch.de/

So sind die Weiber …

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So sind die Weiber, erst jammern sie wochen-, monatelang wegen irgend so einer Kleinigkeit, die ihnen nicht passt. Und dann, wenn man die Geschichte endlich abgestellt hat, dann ist das ganz selbstverständlich und keiner Erwähnung mehr wert… (man beachte den Genitiv; bei mir ist der Dativ nämlich nicht dem Genitiv sein Tod!)

Also Folgendes:

Letzten Herbst stellte meine Mama fest, dass der Lichtschalter im Schlafzimmer auf der falschen Türseite gelandet ist, weil nämlich die Tür anders herum aufgeht, als eigentlich geplant.

Gut, mein Papa, die Gutmütigkeit in Person, machte sich dran, den Schalter auf die andere Seite zu legen. Schalter ging aber nicht. Sie kauften einen neuen,. Der ging, aber im Sicherungskasten brummte es gefährlich. Also wieder nichts. Und so blieb es im ganzen Winter und Frühjahr über abends im Schlafzimmer dunkel. D.h. jeder der reinwollte, musste sich erst im Dunklen an die Nachttischlampe herantasten…. Ich fand das immer spannend, denn ich sitze ja da in der Nähe und so war endlich mal was los…

Dann kam der Sommer, die Lampe wurde wegen des gefährlichen Brummens (! S.o.) weiterhin nicht benutzt. Der Besuch des Elektrikers aber verschob sich immer wieder, weil Papa immer noch warten wollte, bis all die kleinen Reparaturen und Nachbesserungen vollständig versammelt auf seiner Liste standen.

Mama grollte, manchmal lauter als das Gebrumm im Sicherungskasten.

Schließlich kamen die Elektriker jetzt, nach einem Jahr, zwei flotte junge Leute, die in 5 Minuten den Schalter mit einem Taster austauschten und sich ansonsten ganze zwei Nachmittage bei uns herumtrieben. Die Rechnung von 600 Euro ist jetzt bezahlt.

Mama nun betritt das Schlafzimmer und „klick“ macht sie herzlos und ohne sich was dabei zu denken einfach die Deckenlampe an. Und ich sitze urplötzlich im Flutlicht, ertappt sozusagen. Vorbei die spannenden Momente meines Lebens: Wird sie den Nachttischlampenschalter finden, ohne die Lampe runter zu schmeißen? Wird er es vorziehen, einfach im Dunklen in ihr Bett zu steigen….

Undankbar sind die Weiber, wirklich. Da ist meine Mama echt auch keine Ausnahme.

Klausi’s Kommentar: Doch, mich gibts noch!

 

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Sie sollten nicht denken, dass es mich nicht mehr gibt:
Nein, ich bin noch da und bin der Alte, obwohl unsere Töle Anka jetzt hier lebt und mein Papa sich jeden Tag als neues Herrchen aufspielt, und obwohl meine Mama von ihrer Kreuzfahrt zwei Meereskuscheltiere mitgebracht hat, die jetzt auch hier irgendwo herumhängen und meinen, sie seien was Besseres.
Ich sitze hier immer noch an Mamas Bett und gucke intelligent aus der Wäsche, soweit vorhanden.
Ansonsten ist nicht so viel los bei uns. Der Garten hat benahe unter Wasser gestanden nach dem vielen Regen, unsere einzige Sonnenblume ist jetzt schon 3 Meter hoch, Papa liest unentwegt den ollen Kempowski und Mama schreibt am Notebook.

Vielleicht sollte ich mich doch mal mit den beiden Neuen anfreunden, damit es

hier nicht so langweilig ist. fridjof-und-nansen.jpg

P.S. Mein schöner gelber Rahmen ist mal wieder abgehauen.

Klausi’s Kommentar: Balkentänzer

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Hallo Leute, seht ihr mich?

Heute muss ich mich leider aus hohen Lüften zu Wort melden. Mama hat mich hier rauf gesetzt. Das sind diese verkleideten Balken, an denen sie gestern den ganzen Tag rumgebastelt hat.
Ich bin ganz meschugge geworden vom Zusehen: Rauf auf die Leiter, runter von der Leiter, ran an die Kreissäge, rauf auf die Leiter, runter von der Leiter, neue Schrauben holen, rauf auf die Leiter, Akkuschrauber leer, runter von der Leiter, ……….

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Jetzt ist sie ganz stolz, dass sie es - nach den ja bekannten anfänglichen Schwierigkeiten - einigermaßen hingekriegt hat.
Dafür darf ich jetzt hier oben schweben und für ihr Foto posieren! Bin ich vielleicht ein Balkentänzer?
Wenn Sie mich fragen: Ich finde nichts Tolles dabei. Verkleidete Balken, wer hat denn so was schon mal gehört!? Ich würde mich gerne mal verkleiden, damit hier endlich mal was passiert. Aber wieso dürfen denn die blöden Balken  sowas?

ich auch! verkleideter-klausi.jpg

Klausi’s Kommentar: Töle im Anmarsch!!

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Nein, nein! Ich hab überhaupt nichts gegen diese Anka! Wirklich nicht! Ich sehe keine Konkurrenz darin für mich, den Sohn der Liebe, wenn in zwei Wochen die Töle von Mamas jüngster Tochter G., die Anka bei uns für immer einziehen soll. Ist ein ganz braver Hund. Heißgeliebt von seinem Frauchen, das aber nun ins Leben startet und ihren Hund bei der Mutter zurücklässt. Kennt das Thema sonst noch wer?

Problem ist nur: Wenn ich mit meiner Mama wieder heim gen Jena ziehe und erst in 10 Tagen zurück kommen werde, muss Anka dableiben. Papa hatte als kleiner Junge mal einen Hund. Aber seit dem nicht mehr. Und außer Aphoblie, dem Igel, der letzten Sommer hier wohnte und ohne Angst im Garten herumlief und das Futter unseres Hundegastes fraß, hat er schon lange mit Tieren nichts zu tun gehabt. Wir hoffen, dass es Anka gelingt, sein Herz zu erobern. Wäre ihr zu wünschen.
Was mein Herz betrifft möchte ich mich noch ein wenig bedeckt halten.

Klausi’s Kommentar : Ossis Raumbedarf

  

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Ich bin ein echter Wossi.

Meine Alten sind Ossi und Wessi. Ist heute nichts Besonderes mehr?

Mag ja sein. Aber es reicht schon noch dazu, sich als Außenstehender ab und an zu wundern.

Nun haben sie ihr Häuschen und mein Ossipapa hat sich zu sooo viel Quadratmetern nur wegen ihr hinreißen lassen. Aber meine Wessimama findet das ganze immer noch recht beengt mit seinen 70 qm. Nun haben sie doch den tollen 4 m langen Schreibtisch vor dem Giebelfenster, wo sie bequem nebeneinander computern und alles andere machen können. Aber wenn mein Alter seine neuesten CDs einspielen will und Mama noch arbeitet, dann fühlt sie sich doch manchmal gestört und sehnt sich nach einem eignen Zimmer… Aber das sind luxeröse Wessiträume, denkt Papa wahrscheinlich ….

„Mein Mann ist sehr bescheiden“, pflegte schon meine Oma zu sagen, „und ich bin das Opfer“.

  

Klausi’s Kommentar: Nicht ohne meinen Papa

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Also ich weiß nicht, aber ohne Papa ist es in der Streusandbüchse nicht so schön!
Niemand ist da, der Mama rechtzeitig zur Pause bei der Gartenarbeit auffordert. Jetzt hat sie gleich Rückenschmerzen.
Nachts schließt sie beide Türen ab. Ohne Papa ist es ihr hier ein bisschen unheimlich.
Heute Nacht war es das ja auch, muss ich glatt zugeben: So was von Donnern und solche irren Blitze! Und gegossen hat es! Heute früh stand unsere Straße unter Wasser, im Garten schwamm wieder mal das Hauswasserwerk weg. Aber so mussten wir nicht auch noch gießen, immerhin.
Unser Nachbar ist heute in seinem Garten eingesackt wie ins Moor, er rief kläglich nach seiner Frau und als die kam und ihn sah, brach sie in schallendes Gelächter aus.

Ich bin froh, wenn Papa endlich von seiner doofen Radtour zurück ist und wieder hier sein Unwesen treibt.
Na, am Montag treffen wir ihn auf der Heimfahrt, dann ist er schon irgendwo hinter Leipzig. Und drei Tage später, wenn Mama von der Arbeit heim kommt, ist er dann schon da, am Ziel seiner dreiwöchigen Tour.

Und am nächsten Tag: Rad ins Auto und die ganze Strecke zurück hierher.
Man macht schon was mit bei meinen Alten!