mein Antikriegstagebuch
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Heute habe ich mich entschlossen, meinem Entsetzen nachzugeben und ab sofort meine Gedanken, Erfahrungen, sowie Kopf- und Bauschmerzen zum Thema aktueller Krieg und zunehmende Salonfähigkeit von Militarismus und Kriegsbejahung und -Tolerierung in unserem Lande mitzuteilen.
Vielleicht nutzt es etwas. Vielleicht finde ich Leser, die mit mir streiten oder mit mir kämpfen wollen. Auf alle Fälle wird es mich erleichtern. Denn ich kann dem Druck, den dieses Thema auf mich ausübt, kaum noch mit Ruhe begegnen.
Was steht bisher in diesem Blog: Erzählungen zu meinem Reisen, etwas über die Freuden im Garten, manchmal was Politisches. Vor zwei Jahren habe ich die Idee der “Inventur im Glashaus”beendet, also einen Strich gezogen undter mein ganazes bisheriges 60jähriges Leben. Lese es wer will.
Lange Zeit habe ich seit dem nur selten in diesem Blog geschrieben. Mein Kuscheltierblog, die literatischen Seiten und mein Sozialarbeitsblog standen im Vordergrund. Was gab es sonst an die Öffentlichkeit mitzuteilen?
Natürlich sind da mein Garten, meine Musik, meine Liebe, meine Kinder, Reisen, die Schönheit der Natur und der Landschaften, das Abenteuer neuer Städte und neuer Menschen … aber ich kann über das nicht hinwegsehen, was da auf uns zu kommt und uns alle bedroht und mit sich reißen könnte….
Ich halte es mit Bertholt Brecht:
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Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! (aus: An die Nachgeborenen)oder
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Schlechte Zeiten für Lyrik
Ich weiß doch: nur der Glückliche
Ist beliebt. Seine Stimme
Hört man gern. Sein Gesicht ist schön.Der verkrüppelte Baum im Hof
Zeigt auf den schlechten Boden, aber
Die Vorübergehenden schimpfen ihn einen Krüppel
Doch mit Recht.Die grünen Boote und die lustigen Segel des Sundes
Sehe ich nicht. Von allemSehe ich nur der Fischer rissiges Garnnetz.
Warum rede ich nur davon
Daß die vierzigjährige Häuslerin gekrümmt geht?
Die Brüste der Mädchen
Sind warm wie ehedem.In meinem Lied ein Reim
Käme mir fast vor wie Übermut.In mir streiten sich
Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum
Und das Entsetzen über die Reden des Anstreichers.
Aber nur das zweite
Drängt mich, zum Schreibtisch.
