Antiatombemühung des Herrn Obama – mein Antikriegstagebuch

obama_1398158.jpg.Obama versprach als Präsidentschaftskandidat, den Krieg im Iran zu beenden und nach seiner Wahl- vermutlich in glorreicher Übereinstimmung mit der herrschenden und beherrschenden Rüstungsindustrie – dafür Ersatz in Afghanistan zu schaffen: eine Verstärkung der Truppen und der der Waffenarsenale. Und die meisten haben diesem Mann weiter seine Friedensabsichten geglaubt, glauben noch immer daran. Schließlich ist er Friedensnobelpreisträger geworden, sozusagen präventiv. Aber das war ja sogar  ihm selber peinlich.

Ob er so handelt, weil die, die wirklich die Macht in den USA in der Hand halten, ihn dazu zwingen oder ob es auf seinem eigenen Mist gewachsen ist: es ist völlig egal. Die USA hat unter Obama ihre Bemühungen in Afghanistan um 30 000 Mann und auf  nunmehr 1,1 Billionen Dollar verstärkt. Um wie viele tote Afghanen und eigene Leute, wieviel tote Zivilisten wird die bisherige Anzahl getoppt werden?

Obama lenkt nun mit seinen jüngsten Initiativen  von der Tatsache ab, dass sein Land die meisten Atomwaffen hat und auch behält, dass seine Rüstungsindustrie die größte der Welt ist und alle Kriege dieser Welt erst ermöglicht. Er lenkt den Blick immer mehr (und sehr geschickt) in die Richtung: „Atomwaffen sind schlimm, aber scheinbar nur dann schlimm, wenn sie in die Hände gefährlicher Leute kommen: in die Hände von Terroristen und – ganz nah dabei und eigentlich ja das Gleich e –  in die Hände von Schurkenstaaten.“
Herr Obama ist schlau oder sagen wir intelligent. Denn schlau war Herr Busch wohl auch. Und ihm ist klar, dass er eine andere Argumentation braucht als nur: „Quod licet jovi non licet bovi“. Obama setzt auf Differenzierung: „Wir sind die Besseren. Wir haben zwar die meisten Atomwaffen und rüsten auch sonst weiter und verdienen daran, aber wir haben ja schließlich auch die besten Absichten.“ Das sind eben die Guten.

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Damit hat Obama bessere Argumente, wenn er gewissen Leuten droht und ihnen gegenüber mit Kriegsgedanken  spielt. Sie sind schließlich nicht gewillt, der Welt den Frieden zu bringen, so wie er es tut, unserer Friedensnobelpreisträger und Kriegsherr in Afghanistan und mit ihm die freundlichen Staaten, die gestern verkündeten, auf ihr waffenfähiges Material freiwillig verzichten wollen Wer sich da verweigert, der muss ja geradezu ein Terrorist sein. Und wer jetzt noch auf Atomwaffen setzt, sie in seinem Lande für notwendig hält, und wer z.B. nicht bereit ist, auf Grund des Generalverdachtes der westlichen Welt, dass er doch heimlich an der Atomwaffe baut, zum Beweise seiner Unschuld ganz auf eine atomare Industrie zu verzichten, der ist gefährlich und verdächtig.

Das Land, das über ein Atomwaffenarsenal verfügt – auch noch dann, wenn das jüngst mit Russland vereinbarte Abkommen umgesetzt sein wird –, mit dem es die ganze Welt viele, viele Mal vernichten könnte, dieses Land ergreift nun die Initiative zur Reduktion und zur Abschaffung von Atomwaffen. Wie nennt man so was: Den Bock zum Gärtner machen? Oder ist es vielleicht doch löblich, wenn der Henker seinem Beruf abschwört und sich zum Initiator einer Anti-Todesstrafeninitiative ausruft? 

Einem Land, das seinen Militärthaushalt drastisch  Dollar erhöht, das, statt einen sinnlosen, überflüssigen, völlig ungerechtfertigten Krieg in Afghanistan zu beenden, dort seine kriegerischen Einsätze  verstärkt (um ihn irgendwann – nach einem dubiosen Sieg endlich beenden zu können), dem kann man kaum seine vollmundig verkündeten friedlichen Tendenzen abnehmen.


Über Mrs. Tapir

Perspektive: ungewiss; meine älteste Verwandte wurde 104 Jahre alt, mein Großvater starb mit 54. Beruf: muss noch ein paar Jährchen, werde es aber kaum bis 67 aushalten; obwohl ich mir schon als Schülerin geschworen hatte, nie Lehrerin zu werden, bin ich schließlich doch hier an einer Hochschule gelandet Kinder: ganze drei habe ich groß gekriegt Partner, Liebhaber und Ehemänner; habe diverses hinter mir, zwei mal geschieden, nach Trennungen öfter traurig, noch öfter froh; seit 4 Jahren dritter und hoffentlich letzter Versuch einer glücklichen Ehe Themen: schon immer waren die wichtigsten Themen meines Lebens Literatur, Natur und Menschen. Und obowohl ich eigentlich ein unpolitischer Mensch sein möchte, gelingt mir das auch immer wieder nicht. Ansonsten: Tapire sind Einzelgänger, irgendetwas zwischen Pferd und Schwein, dickfellig aber sensibel, schön im Auge des begnadeten Betrachters, ihre vorn spitz zulaufende Schnauze ermöglicht es ihnen, sich schnell durch das Dickicht südamerikanischer Wälder zu bewegen.
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