Schlafstörungen – mein Antikriegstagebuch

Ich kann nicht mehr ruhig schlafen.

 

Mitunter frage ich mich, ob ich vielleicht Flöhe husten höre. Es kann doch gar nicht sein, das solche Ungeheuerlichkeiten die Menschen kalt lassen.

Aber es ist so. Selbst mit meinen Freunden  und meinen Kindern kann ich nicht darüber reden. Für sie scheint das alles gar nicht wirklich zu existieren. Zumindest scheint es  nicht weiter wichtig für sie zu sein.

Es ist mir peinlich, sie durch meine Befürchtungen und Bemerkungen zu stören in ihrem mehr oder weniger gelingenden Alltag. (Gerade ist doch scheinbar die Krise überwunden. Es geht vielen noch immer gut. Nur die paar zigtausend mehr Arbeitslosen. Pech gehabt.) Da wollen sie sich jetzt nicht verrückt machen mit diesem Gedanken an den Krieg und ob er überhaupt nötig ist.

 

Aber darum geht es nicht. Was heißt schon nötig, für wen nötig? Für die Waffenindustrie? Für unsere Rohstoffhoffnungen?

Ob er erlaubt ist, darum geht es mir. Ob er nicht ein Verbrechen ist gegen die Menschheit.

 

Es beunruhigt mich, dass außer mir keiner unruhig zu sein scheint. Das macht mir fast so viel Angst wie die Sache selber. Ich entfremde und entferne mich von meiner Umwelt. Ich fühle mich wie Kassandra.
Aber bisher habe ich noch geschwiegen. Irgendwann kann man es nicht mehr. Irgendwann muss man sprechen, um nicht zu ersticken.

Wiewohl man weiß, dass einen das von den anderen noch mehr entfremden kann.

Aber ich bin zuversichtlich. Ganz alleine werde ich nicht sein im world wide web!

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Über Mrs. Tapir

Perspektive: ungewiss; meine älteste Verwandte wurde 104 Jahre alt, mein Großvater starb mit 54. Beruf: muss noch ein paar Jährchen, werde es aber kaum bis 67 aushalten; obwohl ich mir schon als Schülerin geschworen hatte, nie Lehrerin zu werden, bin ich schließlich doch hier an einer Hochschule gelandet Kinder: ganze drei habe ich groß gekriegt Partner, Liebhaber und Ehemänner; habe diverses hinter mir, zwei mal geschieden, nach Trennungen öfter traurig, noch öfter froh; seit 4 Jahren dritter und hoffentlich letzter Versuch einer glücklichen Ehe Themen: schon immer waren die wichtigsten Themen meines Lebens Literatur, Natur und Menschen. Und obowohl ich eigentlich ein unpolitischer Mensch sein möchte, gelingt mir das auch immer wieder nicht. Ansonsten: Tapire sind Einzelgänger, irgendetwas zwischen Pferd und Schwein, dickfellig aber sensibel, schön im Auge des begnadeten Betrachters, ihre vorn spitz zulaufende Schnauze ermöglicht es ihnen, sich schnell durch das Dickicht südamerikanischer Wälder zu bewegen.
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