Bundestagswahl: mein Kommentar

Überrascht hat mich das Ergebnis ja nicht.  Nachdem ich viele ganz einfache und auch ziemlich mittellose Leute getroffen hatte, die meinten: „Wir müssen jetzt die FDP wählen, die verstehen was von der Wirtschaft. Das ist ja wichtig in so einer Krise,“ war mir klar, dass aberwitzigerweise die FDP die Gewinnerin der Stunde sein würde. Und als ich zum Wahllokal fuhr und mir über Autoradio noch versichert wurde, dass unsere Kanzlerin für ihre leckeren Rinderrouladen bei ihren Freunden berühmt sei, war mir klar was die Stunde geschlagen hatte. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

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Eine kleine Fabel gefällig?

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.

Ein Wolf trottete durchs Land und kam an einem Kälberstall vorbei. Die Kälber darin blökten aufgeregt und der Wolf lugte neugierig durchs Fenster.

„Was ist bei euch denn los?“, fragte er und überlegte, ob er es wagen könnte einzusteigen und ein kleines Kalb mit sich fortzureißen.

„Wir diskutieren. Morgen ist nämlich Wahl!“, verkündigte ein Kalb stolz.

„Was für eine Wahl?“, fragte der Wolf erstaunt.

„Schlächterwahl!“, sagte das Kalb altklug. „Der Fuchs war hier und hat uns mitgeteilt, dass wir in diesem Jahr den besten Schlächter wählen dürfen. Und der, den wir auswählen, der darf uns dann schlachten.“

„Der Bruder Fuchs ist ein Scherzbold“, grinste der Wolf. Aber als er merkte, dass es die Kälber ernst meinten, fragte er: „Und was muss er können, euer Kandidat?“

„Stark muß er sein und schön“, schwärmte das erste Kalb.

„Viele von uns sind auch dafür, dass es vor allem ein Schlächter mit Tradition sein sollte, einer, der schon unsere Eltern und Großeltern geschlachtet hat. Da weiß man doch, was man hat“, ergänzte ein anderes Kalb. „Und natürlich muss er sein Handwerk verstehen, da vor alalem!“, blökten andere Schafe energisch.

Der Wolf entschloss sich spontan, zu kandidieren, weil er sich große Chancen ausrechnete.

Aber die Kälber entschieden sich für den Schlächter vom Schlachthof am Dorfanger. Denn dort waren ihre Eltern schon hingegangen, wenn es so weit war. Außerdem blinkte dort neben dem Eingang eine silberne Tafel in der Sonne, auf der stand: „Schlachthof Weißenhagen“. Die gefiel den Kälbern ausnehmend gut. Sie erinnerte an die Zinnen eines Schlosses.

Der Wolf ärgerte sich und verfluchte den Fuchs, der diesen dummen Tieren so viel Entscheidungsfreiheit zugestanden hatte. Der Fuchs aber kannte einen Durchschlupf zum Schlachthof und fraß sich dort an den ausgeweideten Gedärmen nach Herzenslust satt.

M. S.

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