endlich wieder Gartenleben!

Er hat so furchtbar lang gedauert, dieser Winter. Doch jetzt ist der Frühling also wirklich da. Ein unglaubliches Osterwetter!

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Meine ganze wunderbare Feiertagsfreude bestand darin, in der warmen Sonne im Garten herumzulaufen, zu sähen, zu wässern, meine neuen Flaschentropf-Einrichtungen auszuprobieren, zu schneiden und zu pikieren, zu setzen und einzupflanzen. Besonders aufregend war es, mit bloßen Händen in der weichen, vorher umgegrabenen Erde zu wühlen, um  Daumen dicke Wurzeln eines Hopfen ähnlichen Unkrautes aus dem Boden heraus zu ziehen, die wie unterirdische Wasserleitungen in zwei „Etagen“ ein Stück unseres Gartens durchzogen. Ich werde sie in einem Karton trocknen und dann verbrennen. Alles andere ist mir zu riskant.

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eine riesige Kiste voll Wurzeln dieser unglaublich vitalen aber unerwünschten Pflanze…

Endlich kann wieder draußen gegessen, geruht, geplaudert, gelesen werden. Der Pool zum Wassertreten ist auch wieder bereit, überall stehen unsere großen Wasserbottiche, randvoll mit Brunnenwasser gefüllt – das Regenfass ist schon lange leer.

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 die Teichrose entwickelt jeden Tag eine neues Blatt

Noch ist der Garten eigentlich kahl. Aber ich freue mich – wie wohl jeder Gärtner – über jedes neue Blatt, jede grüne Spitze, die aus der Erde kommt, auch über die bestimmt tausend Sämlinge unserer Wunderpflanze, dem Springkraut, die grüne Teppiche bilden und stehen bleiben dürfen, bis der Garten selber und ohne ihren Beitrag grün geworden ist.
In 4 Wochen wird es gar nicht mehr möglich sein, einzelne Pflanzen oder gar Blätter zu beobachten. Und in zwei Monaten besteht der Garten nicht mehr aus einzelnen Beeten und Pflanzen, sondern aus einer Fülle von grünen Flächen und Durchblicken und aus bunten Tupfen, die über all das Grün ausgegossen wurden. Aber bis dahin begrüße ich noch jedes Blatt und jede Blüte einzeln.
Die letzten Blütenstengel aus dem Vorjahr, die uns im kahlen Winter und Vorfrühling wenigstens eine kleine Ahnung vom Sommer vermittelt haben, sind bald nicht mehr nötig.

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Gruß aus dem letzten Sommer – bald brauchen wir ihn nicht mehr…

Und in meinem Gartenhaus stehen die pikierten Pflänzchen aufgereiht und werden hoffentlich wachsen und gedeihen, bis sie nach den Eisheiligen raus dürfen: Levkojen, Landnelken, Astern, Strohblumen, Standflieder, Fuchsschwänze, Bechermalven und Löwenmäulchen…..

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lauter kleine, frisch pikierte Blütenpflanzen – jetzt müssen sie nur noch wachsen

Andere haben sich größere Projekte vorgenommen. Kranich macht endlich seinen Traum vom Spargelbeet wahr.
Unsere Garten-Arbeitsteilung (Kranich kümmert sich um alles alles was man essen kann, also Gemüse und Obst. Ich sorge für Blumen, Stauden und Sträucher) klappt hervorragend.Ab und zu gibt es kleine Grenzstreitigkeiten um die Frage, ob irgend eein Quadratmeter unseres brandenburgischen Sandbodens zum Gemüsebeet oder schon zum Blumenbeet gehört. Aber letztlich sind unsere Reviere gleich groß und ausgewogen. Mir schmecken die Tomaten under freut sich doch über die Blumen, deren Namen er sich nicht merken kann…

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hier entsteht ein Spargelbeet

Mir gelingt es über dem Garten alles zu vergessen: meine Arbeit und was ich alles noch vorbereiten müsste, die Krise und andere Sorgen, sogar manchmal meine Flöte …


Über Mrs. Tapir

Perspektive: ungewiss; meine älteste Verwandte wurde 104 Jahre alt, mein Großvater starb mit 54. Beruf: muss noch ein paar Jährchen, werde es aber kaum bis 67 aushalten; obwohl ich mir schon als Schülerin geschworen hatte, nie Lehrerin zu werden, bin ich schließlich doch hier an einer Hochschule gelandet Kinder: ganze drei habe ich groß gekriegt Partner, Liebhaber und Ehemänner; habe diverses hinter mir, zwei mal geschieden, nach Trennungen öfter traurig, noch öfter froh; seit 4 Jahren dritter und hoffentlich letzter Versuch einer glücklichen Ehe Themen: schon immer waren die wichtigsten Themen meines Lebens Literatur, Natur und Menschen. Und obowohl ich eigentlich ein unpolitischer Mensch sein möchte, gelingt mir das auch immer wieder nicht. Ansonsten: Tapire sind Einzelgänger, irgendetwas zwischen Pferd und Schwein, dickfellig aber sensibel, schön im Auge des begnadeten Betrachters, ihre vorn spitz zulaufende Schnauze ermöglicht es ihnen, sich schnell durch das Dickicht südamerikanischer Wälder zu bewegen.
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