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März 2009
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Archive für März 2009

er kommt …


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Auszug aus meiner Trilogie:

Friedhofsgespräche - Teil II - Denkmal für meine Mutter

Du lebtest wieder in Dresden, als das erste Schuljahr langsam zu Ende ging. An einem blauen Märztag des Jahres 1927 hattest auf deinem Schulweg durch den Blüherpark die ersten Schneeglöckchen entdeckt. Der Lehrer kam an diesem Morgen in den Klassenraum, grüßte die Kinder stumm, schrieb mit großen, klaren Buchstaben an die Tafel: „Er kommt….“ und wandte sich dann mit fragendem Gesicht an die Klasse. Die Kinder schwiegen erst verwirrt, bis sie begriffen, was der Lehrer von ihnen wollte. Dann schnellten die Finger hoch. „Der Lehrer kommt“, posaunte stolz ein Junge heraus. „Nein“, der Lehrer schüttelte den Kopf. Diese Antworte wollte er nicht. „Der Vater kommt“, „die Mutter kommt“, „das Kind kommt“, „der Mann kommt“, „die Frau kommt“… Immer wieder schüttelte der Lehrer bestimmt und geheimnisvoll seinen Kopf und nahm das nächste Kind dran. Schließlich kamst du an die Reihe, die du vom ersten Moment die richtige Antwort gewusst hast. „Der Frühling kommt!“ jubeltest du in die Klasse. „Du“, sagte der Lehrer, „du kannst dich auf der Vogelwiese sehen lassen“.

 

P.S. Die Vogelwiese ist der  Jahrmarkt in Dresden , vermutlich heute noch?

 

 


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  Apfelbäume warten auf den Frühling

 

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 Vorfrühling am Bach

 

 

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 Der Frühling zieht in Jena ein

.

Vorsicht Abzocke!

Wie ich danach dann im Netz nachlesen konnte, bin ich weder die erste noch die einzige, die mit dieser “Firma Spielfox” Ärger bekommen hat.  Im Nachhinein kann ich nur staunen über solch eine unverfrorene, gemeine Abzocke! Es hat mich noch bestimmt eine Stunde richtig aufgeregt und ich musste mir anschließend den Escher ansehen, damit ich wieder an das Gute im Menschen glauben konnte :)

Ich sitze am PC, ins Arbeiten vertieft. Als das Telefon klingelt, denke ich: “Na, wieder die Tochter? Oder ein Kollege? Es meldet sich nach einer kleinen mir sehr bekannten typischen Pause eine junge Männerstimme, die sofort auf mich einredet, ob ich Frau Soundso sei. Den Namen und seine “Firma” hat er so dahin geschnoddert, dass ich nichts wirklich verstanden habe. Dennoch bin ich sicher, dass es irgend eine Werbeattacke ist, habe noch die Nachrichten im Ohr, das sowas für die Werbebelästiger in Zukunft bis zu 50 000Euro kosten kann. Fast überkommt mich Mitleid mit dem armen Schlucker, der dafür bezahlt wird, dass er andere Menschen überfahren und über den Tisch ziehen soll.
Vielleicht habe ich deshalb nicht sofort aufgelegt. Vielleicht aber auch, weil er es schaffte, mich mit wenigen Worten irgendwie zu beunruhigen. Er fragt, ob ich ein Spiele-Abo weiter verlängern will oder ob ich es kündigen möchte. Welches Abo?
Ja, erklärt er mir ohne zu Zögern, da hätte ich wohl unbewusst (Junge, was weißt du von meinem Unterbewusstsein?) irgendwas angeklickt oder eine 09er Nummer gewählt oder so. Jedenfalls läge ihm meine Beitrittserklärung vor. Die ersten 3 Monate sei meine Mitgliedschaft umsonst gewesen, ich sei also kostenlos in den Genuss irgendwelcher Spielaktionen gekommen. Nun hätte ich die Kündigungsfrist versäumt und sie müssten mir ab sofort im Monat 55 Euro von meinem Konto abbuchen. Wenn ich jetzt kündigen wolle, könne er mir -falls ich in diesem Zeitraum nichts gewinnen würde - eine Rückgabegarantie der eingezahlten Gelder versprechen, als kleines Dankeschön so zu sagen.

Es erscheint mir unmöglich, sowas “aus Versehen” veranlasst zu haben. Es scheint mir unmöglich, dass auf eine solche Weise Verträge zustande gekommen sein können. Sein selbstverständlicher, routinemäßiger, halb genuschelter Tonfall macht es mir dennoch schwer, auf die Alarmglocken in mir zu hören.
Ich frage nach der Firma, die nennt mir er. Einen Vertrag kann er mir nicht zuschicken. Er kann auch nicht mehr recherchieren, wie dieser angebliche Vertrage zustande gekommen sein soll. Aber er hat ja meinen richtigen Namen, meine Adresse. Das irritiert, macht seine Aussagen im ersten Moment glaubwürdig. Um zu sehen, ob ich auch wirklich die Richtige bin, und damit er die Kündigung dann richtig weiter leiten kann, muss er die Daten abgleichen. Mein Geburtsdatum bekommt er auf diese Weise noch aus mir heraus.  Aber ich erkläre ihm, dass ich nichts kündigen werde, wo ich nicht einmal einen Vertrag vorgelegt bekomme, den ich angeblich unterschrieben habe. Dann müssen wir eben weitere 12 Monate bei Ihnen abbuchen, es sei meine eigene Schuld, erklärt er mir dreist.
Ich werde allmählich wach, frage nach seinem Namen, verlange eine Telefonnummer seines direkten Vorgesetzten,  eines Geschäftsführers. Er verweigert und wird immer pampiger. Ich spreche von Erpressung. Er sagt, dass er nicht so viel Zeit habe und schließlich schon 11 Minuten mit mir reden würde und er es auch nicht zum Spaß mache.
Dann verlangt er meine Bankleitzahl, fordert sie richtig, als sei ich ihm was schuldig. Ich begreife endlich, dass er nichts vergleicht, sondern schlicht Informationen aus mir herausholen will.  Ich drohe mit dem Anwalt, ärgere mich gleichzeitig, dass ich ja nichts Direktes in der Hand habe. Mitten im Satz legt er auf.

Der Blick in Google beruhigt mich. Es ist unglaublich, wie geschickt die es schaffen, einen doch beinah über den Tisch zu ziehen. Es ist empörend,  anderen ausgesetzt zu sein, die so skrupelos vorgehen. Ich habe gerade noch so die Kurve gekriegt. Und ich frage mich, was unbedarfte junge Leute tun würden, alte Menschen, Hartz IV Empfänger?
Das Schärfste dabei war, er gab sich ja keineswegs seriös. Er outete sich als Abzocker, auf den ich leider nun mal hereingefallen sei und rechnete damit, dass ich von den unsäglichen Geschichten weiß, wo Anwälte aus Menschen Geld erpressen für die irrsten Sachen, die sie nicht haben machen wollen. Er gab zu, dass getrixst worden sei, dass dieser angebliche Vertrag  wohl nicht auf  ganz saubere Weise zustande gekommen sein wird. Aber das sei mein Pech und das hätte ich nun auszulöffeln.

Erst jetzt wird mir klar, dass ich, auch wenn ich ausversehen was angeklickt hätte oder irgendwo mit meinem Namen Werbematerial angefordert hätte oder so etwas, ich mit absoluter Sicherheit dabei nicht auch noch meine Bankverbindung dazu geschrieben hätte.  Ich hätte also doch gleich, schon nach der bekannten kleinen Pause am Anfang desGespräche, wo vermutlich irgendetwas erst durchgeschaltet wird, auflegen sollen. Hätte mir viel Ärger und Aufregung aber auch eine neue Erfahrung erspart.

zwei oder drei Dinge

Jetzt mit 60 frage ich mich erneut, warum ich das hier eigentlich mache. Ich habe einige Monate gezögert, ob ich nicht jetzt aufhören soll. Aber es gibt noch immer ‘zwei oder drei Dinge, die ich von mir weiß’, und die ich auch anderen zur Kenntnis geben möchte. 

z.B. meinen Eindruck vom diesjährigen Frühlingsbeginn

kahles-land-vor-dem-fruhling.jpg

Usedom o9


frühlingsanfang

dass die kälte nicht weichen will!

tags täuscht die sonne frühling vor.

in der nacht aber schleicht der frost

über den kahlen boden.

was sich am tage an licht wagt,

erstarrt am abend wie wintertot.

 

60mal schon ist auf den winter der frühling gefolgt.

warum also sollte er es dieses mal nicht auch tun?

 

März 09


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