Beratung in der Sozialen Arbeit – eine besondere Heausforderung

 

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Neuerscheinung – für SozialarbeiterInnen und alle Menschen, die andere beraten ……

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… unter anderem, weil die Leute, die hier, im Rahmen Sozialer Arbeit, in die Situation gelangen, beraten zu werden, oft gar nicht so scharf darauf sind.

  • Die Mutter, die Angst hat, dass man ihr vom Jugendamt aus Vorwürfe macht für die Vernachlässigung ihrer Kinder,
  • der Jugendliche, der nach seinem Autoeinbruch zur Jugendgerichtshilfe „zitiert“ wird,
  • der ältere Mensch, der das Gespräch mit der zuständigen Sozialarbeiterin lieber meidet wie der Teufel das Weihwasser, weil er weiß, dass sie ihm immer zureden will, dass sich um einen Platz im Heim kümmern soll …

all diese Menschen sind mit Sicherheit erst einmal nicht motiviert, beraten zu werden bzw. in ein Beratungsgespräch mit dem Sozialarbeiter einzusteigen.

Ganz anders ist das in der Psychotherapie, wo in der Regel ein „Leidensdruck“ vorliegt, eine Bereitschaft, die Beratung oder Therapie auf sich zu nehmen, über sich zu reflektieren, sich ggf. auch zu verändern.

 

Nun kann ja nicht die Konsequenz sein, dass all diese „Unwilligen“ kurzer Hand per Druck oder Überredung zu ihrem Glück gezwungen werden, mit fertigen Lösungen, Verhaltensanweisungen oder Rezepten weitergeschickt werden, ohne dass man sich die Mühe macht, auch diesen Menschen die Chance zu geben, aktiv und im eigenen Interesse an der Lösung ihres Problems beteiligt zu werden.

 

Was also tun?

 

Vor ein paar Tagen ist ein Buch von mir erschienen, dass für diese Problematik einen Weg weist. Ich habe den Ansatz der klientenzentrierten Beratung (im Sinne Rogers) für diese Bedingungen der Sozialen Arbeit weiterentwickelt.

 

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Szene aus einer Rollenspielübung im Rahmen der Übung „Engaging“ an unserer FH: eine Sozialarbeitrin versucht einen Vater zu beraten, der empört ist, dass er sein Kind nicht betreuen darf, obwohl die Mutter es nicht mehr haben will ….

 

 

 

 

„Engaging“ heißt dieses beraterische Vorgehen, das vor allem eins bezweckt: den Klinenten, also unsere Mutter, den straffälligen Jugendlichen oder den alten Menschen aus den Beispielen oben, an der Lösung ihrer Problemlage aktiv zu beteiligen, sie zu motivieren, sich für sich selber wieder zu engagieren und den Lösungsweg für ihre Probleme mitzuentwickeln.

 

Leicht ist das übrigens nicht. Aber es lohnt sich. Soziale Arbeit, die Menschen nicht zu bestimmten Schritten zwingt, sie nicht anweist, sie nicht mit Rezepten abspeist oder mit Druck durchsetzt, was sie von demjenigen erwartet, diese Soziale Arbeit ist wesentlich humaner, effektiver, nachhaltiger und damit sogar effizienter.

 

Wen‘ s interessiert:

Hier die Seite bei Amanzon

 

Über Mrs. Tapir

Perspektive: ungewiss; meine älteste Verwandte wurde 104 Jahre alt, mein Großvater starb mit 54. Beruf: muss noch ein paar Jährchen, werde es aber kaum bis 67 aushalten; obwohl ich mir schon als Schülerin geschworen hatte, nie Lehrerin zu werden, bin ich schließlich doch hier an einer Hochschule gelandet Kinder: ganze drei habe ich groß gekriegt Partner, Liebhaber und Ehemänner; habe diverses hinter mir, zwei mal geschieden, nach Trennungen öfter traurig, noch öfter froh; seit 4 Jahren dritter und hoffentlich letzter Versuch einer glücklichen Ehe Themen: schon immer waren die wichtigsten Themen meines Lebens Literatur, Natur und Menschen. Und obowohl ich eigentlich ein unpolitischer Mensch sein möchte, gelingt mir das auch immer wieder nicht. Ansonsten: Tapire sind Einzelgänger, irgendetwas zwischen Pferd und Schwein, dickfellig aber sensibel, schön im Auge des begnadeten Betrachters, ihre vorn spitz zulaufende Schnauze ermöglicht es ihnen, sich schnell durch das Dickicht südamerikanischer Wälder zu bewegen.
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