Bärenglück

Hatte ich nicht schon einmal über mein geplantes neues Forschungsprojekt geschrieben: Die Kuscheltiere?

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Sie lächeln? Es handelt sich um ein höchst aktuelles, wissenschaftlich bisher wenig beachtetes Phänomen der frühkindlichen Entwicklung und Pädagogik und ist von der Bindungstheorie angefangen bis zu soziologischen Fragen richtig spannend. Und, ich gestehe, es macht Spaß! Darf das Forschung nicht?

In diesem Zusammenhang sammle ich Aussagen über die Bedeutung, die Kuscheltiere im Leben von Menschen hatten oder haben. Diese Aussagen finde ich überall. Meine seriösen Studierenden des berufspraktischen Kurses fingen gleich Feuer, als ich von meinem Projekt erzählte und hatten interssante Anregungen für mich. Z.B. diese:

* Warum bringen wir als Eltern es nicht übers Herz bringen, die Kuscheltiere wegzuwerfen, wenn die Kinder groß sind?
* Warum fixieren sich einige (nicht alle) Kinder Auf ein ganz bestimmtes Kuscheltier?

* Warum muss es immer genau das gleiche sein. Warum ist das Kuscheltier für manche Kinder nicht austauschbar, auch nicht durch ein neues Tier des gleichen Modells?(Geruch)
* Warum brauchen manche Kinder mehrere Tiere?
* Ist es „normal“ als Erwachsener sein Lieblingstier zu lieben?
* Warum ist die Erinnerung an den früher geliebten Teddy so intensiv?
* Weshalb bleibt man wie magisch angezogen vor Auslagen mit Kuscheltieren stehen?

Im Kontext meines Projektes lerne ich interessante Menschen kennen, die sich ganz und gar dem Phänomen Kuscheltier und vor allem dem Teddybär verschrieben haben, so z.B. Frau Frey, die Teddymutter von Jena, die nicht nur individuelle Teddys gestaltet sondern eine richtige

Teddyexpertin ist.
Neben Ausstellungen ist sie die Herausgeberin eines Buches mit Teddygeschichten („Der Blick des Teddybären“), die ihr auf ein Inserat hin von Teddyfreunden und Freundinnen geschickt wurden. Interessanter Weise sind es fast ausschließlich Geschichten von Menschen der ersten Nachkriegsgeneration.

Ein Besuch bei ihr brachte mir viele Teddyanblicke und etliche Teddyblicke, die sich neugierig, fragend, lustig, fordernd, verträumt… auf mich richteten. Es fiel mich schwer, sie alle da zu lassen. ‚
Und ich fand eine Fülle von Material, das ich für meine Forschungen gebrauchen kann. Herzlichen Dank!!

Über Teddygeschichten, Anmerkungen und Fragen zum Thema Kuscheltier freue ich mich übrigens immer.

Noch ein Tipp für alle Kuscheltierliebhaber und Liebhaberinnen und alle, die gerne mal Psychiater spielen möchten : In der Anstalt für Kuscheltiere bei paraplüsch kann man ein neues Tier kennen lernen und heilen… ein Schildkröte, der übel von ihren Menschen mitgespielt wurde! Viel Spaß!

Über Mrs. Tapir

Perspektive: ungewiss; meine älteste Verwandte wurde 104 Jahre alt, mein Großvater starb mit 54. Beruf: muss noch ein paar Jährchen, werde es aber kaum bis 67 aushalten; obwohl ich mir schon als Schülerin geschworen hatte, nie Lehrerin zu werden, bin ich schließlich doch hier an einer Hochschule gelandet Kinder: ganze drei habe ich groß gekriegt Partner, Liebhaber und Ehemänner; habe diverses hinter mir, zwei mal geschieden, nach Trennungen öfter traurig, noch öfter froh; seit 4 Jahren dritter und hoffentlich letzter Versuch einer glücklichen Ehe Themen: schon immer waren die wichtigsten Themen meines Lebens Literatur, Natur und Menschen. Und obowohl ich eigentlich ein unpolitischer Mensch sein möchte, gelingt mir das auch immer wieder nicht. Ansonsten: Tapire sind Einzelgänger, irgendetwas zwischen Pferd und Schwein, dickfellig aber sensibel, schön im Auge des begnadeten Betrachters, ihre vorn spitz zulaufende Schnauze ermöglicht es ihnen, sich schnell durch das Dickicht südamerikanischer Wälder zu bewegen.
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