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26.1.2008 von Mrs. Tapir.
Hier erwartete mich hinter und um unser Haus etwas, das wie ein japanischer Wassergarten aussieht, alles ist nur noch mit hohen Gummistiefeln zu erreichen, dafür blühen bereits die Haselnüsse.
Na denn ahoi!
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24.1.2008 von Mrs. Tapir.
Ich arbeite in Jena und wohne in O. Das ist eine anstrengende Geschichte. Und eine teure dazu. Man nennt sowas Doppelhaushalt, aber er bringt mir nichts für die Steuer, weil ich erst die Arbeit und dann den Mann in O hatte und nicht umgedreht. Pech.
Man nennt sowas ja Wochenendehe, in unserem Fall Semesterferienehe… Ob sowas beziehungsfördernd ist oder eher nicht, ich kann es nicht entscheiden. Jedenfalls ist es abwechslungsreich und mit ständiger Packerei verbunden. Sobald das Semester seinem Ende entgegen geht, fange ich an zu packen, damit ich in meiner Streusandbüchse alles parat habe, was ich vielleicht brauchen könnte.
Dieses Mal habe ich soviel Arbeitsunterlagen zusammengekramt, dass ich mich frage, ob ich vorhabe, hier die nächsten Jahre nicht wieder wegzugehen.
seit Tagen sah mein Arbeitszimmer so aus, überall Buchstapel, Papiere, Ordner…
Es wird halt viel zu tuen sein: die neuen Seminare vorbereiten, ein Buch verlagsfertig machen, die Dokumentationsfilme meiner Übungen (Beratungsmethoden) schneiden und auswerten, das neue Buchprojekt ins offene Wasser kriegen, das neue Kuscheltierforschungsprojekt richtig durchplanen…..Und dazu einen hohen Stapel an Hausarbeiten, Vordiplomarbeiten und Diplomarbeiten.
An Arbeit wird es mir also nicht mangeln.
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22.1.2008 von Mrs. Tapir.
Meine Jüngste macht derzeit seit 5 Monaten Erfahrungen als Aupair in Irland.
Hier war die Welt noch in Ordnung; G. bei ihrem Segelschiffpraktikum im Sommer
Nach allem was ich so höre von ihr, scheint sich meine alte Meinung zu dieser Form von Auslandserfahrungen zu bestätigen: Vom Prinzip her stehen sich hier zwei Erwartungen gegenüber, die letztlich kaum vereinbar sind. Es kann eigentlich gar nicht wirklich klappen.
Aber G. wollte es unbedingt. Und sie wirds auch überleben, denke ich. Aber es ist nicht das, was sie sich erhofft hatte, bei Weitem nicht.
Dabei gab es in unserer Familie doch einschlägige Erfahrungen mit dem Aupair-Konzept.
* Schon meine Schwägerin ließ sich vor 40 Jahren von ihrem Bruder anrufen und mit der erlogenen Hiobsbotschaft beglücken: die Mutter sei schwer krank und sie solle sofort nach Hause kommen - denn sie hielt es nicht mehr aus.
* Und vor gut 15 Jahren eröffnete mir unser Warschauer-Aupair-Mädchen auf dem Weg zum Kindergarten, wo sie in Zukunft unsere Jüngstee jeden Tag abholen sollte: “Eigentlich hasse ich kleine Kinder!”
Mir blieb schier die Luft weg. Trotzdem hat sie später unserer Jüngsten beigebracht, Löwen zu zeichnen und hat ihr polnische Lieder beigebracht. Aber sie blieb unglücklich und schließlich trennten wir uns in gegenseitigem Einvernehmen vor der Zeit.
Trotzdem konnte meine Jüngste es also nicht lassen: Sie wollte nach dem Abitur unbedingt nach Irland. Die Aupair-Agenturen warben und es gab im Internet Jubelberichte ehemaliger Aupairs zu lesen, die meiner Tochter reizvoll schienen. Die Agentur verlangt von den Bewerberinnen vorher Nachweise über Kinderbetreuungen, was ich eigentlich sehr sinnvoll fand. G. legte los und machte diese geforderten Erfahrungen. Für mich war damals schon abzusehen, dass Beschäftigung mit Kindern nicht gerade ihre Stärke ist und ihr Interesse trifft. Sie wollte unbedingt nach Irland, ihr Englisch aufbessern, Auslandserfahrungen machen ….
Die Küste bei Dublin
O.k.
Nun sitzt sie seit 5 Monaten in einem langweiligen, bürgerlichen Vorort von Dublin und friert. Die grüne Insel ist seit Monaten nur naß-kalt, windig und die Iren scheinen ihre Wohnungen viel weniger zu heizen, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Die Familie sagt, sie sei die “Aufpasserin” der 8jährigen Tochter, sie putzt jeden Morgen die Küche, die die Frau des Hauses nach ihrer abendlichen Kochschlacht ziemlich putzbedürftig zurückgelassen hat usf. Klingt eigentlich ganz nett und harmlos.
Das kleine, verwöhnte Mädchen versichert einmal in der Woche, G. sei bisher ihre allerliebste Aufpasserin. Die Mutter ist eine gestresste Frau, die viel verspricht aber nicht mal die Hälfte davon einlöst. Sie behandelt meine Tochter wie ein Dienstmädchen und kann gleich darauf zuckersüß sein und ihr jede Unterstützung zusagen. Aber es ist kein Verlass darauf. eine Tochter fühlt sich eingesperrt. Sie kann nichts unternehmen, weil sie ständig in Bereitschaft sein muss und weil sie sich in der Wohnung, die sie täglich sauberhält wie eine Fremde vorkommt. Sie kann sich nie wirklich zurückziehen. Sie nimmt an den Mahlzeiten teil, aber sie hat letztlich keinerlei Familienanschluss. Die Familie unternimmt nichts gemeinsam, an dem sie dabei sein kann. Die Familie zeigt null Interesse daran, wer G. ist, was sie interessiert, was sie z.B. an Irland interessiert. .
Und da Irland wohl richtig teuer ist, ist an Aussteigen, irgendwoanders Arbeiten und vom eigenem Geld Leben und in einem eigenen Zimmer Wohnen nicht zu denken. Also bleibt sie, beißt die Zähne zusammen und lernt für ihren Englischkurs.
Es ist das alte Lied, der Grundwebfehler im Aupair-Konzept:
Die jungen Leute suchen eine Möglichkeit, sich einige Zeit kostengünstig im Ausland aufzuhalten, dort Erfahrungen zu sammeln, Leute kennen zu lernen , im Hintergrund eine Familie, die ihnen den Aufenthalt und das Hineinwachsen vielleicht erleichtert und sie nicht ganz alleine dastehen lässt….
Die Familien suchen ein billiges Dienst- und/oder Kindermädchen, keine erwachsene Tochter, keinen Gast.
Ich kann es den Familien nicht verübeln. Es ging uns ja selber so. Man ist froh, entlastet zu werden. Die Aupairs sind erwachsen. Das, so glaubt man, entlaste einen auch von sowas wie Fürsorgepflicht.
Sicher gibt es auch Aupairs, die es besser treffen und Familien, die mehr Zeit, Energie und Zuwendung auf ihre billige Dienstmagd verwenden und sie vielleicht auch als das begreifen, was sie sind: junge Menschen, die etwas erleben und dabei nicht ganz und gar alleine gelassen sein wollen. Aber vom Prinzip her stehen sich hier zwei Erwartungen gegenüber, die letztlich kaum vereinbar sind. Es kann eigentlich gar nicht wirklich klappen.
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19.1.2008 von Mrs. Tapir.
Herr Gugelmoser erklärte mir jüngst:
Das Zurückführen der Aggressivität der jugendlichen Migranten auf die Bedingungen, unter denen sie bei uns leben, das ist doch primitives, deterministisch marxistisches Denken! Schließlich muss man zur Kenntnis nehmen, dass eine erhöhte Gewaltneigung auch der ethnischen Herkunft der Türken und der arabisch stämmigen Menschen zuzuschreiben ist.
Alle reden über Ausländerfeindlichkeit, sagt Herr Gugelmoser weiter zu mir. Die sehen gar nicht, was wirklich los ist. Wir haben inzwischen eine massive Inländerfeindlichkeit. Und überhaupt, wie kommen diese Ausländer dazu, so unbescheiden zu sein und für sich Teilhabe an unseren Reichtümern Bildung, Arbeit, Zukunft zu fordern? Sollen sie doch nach Hause gehen! Da werden sie sehen, dass es ihnen noch gut geht bei uns. Dass sie statt dankbar zu sein auch noch frech werden und ihre Gönner angreifen, das sollte uns eine Warnung sein, sagt Herr Gugelmoser.
Was ich Herrn Gugelmoser gerne sagen würde:
Als ich klein war, galten bei uns im Ruhrgebiet die Italiener als besonders aggressiv und gewaltbereit, einfach weil sie für uns erstaunlich laut waren und immer Lärm um sich verbreiteten.
Wer davor? Die Russen? Wer noch…..
Kann man Gewaltbereitschaft nicht auch an der Schädelform erkennen? Am Haaransatz vielleicht? Wie war das gleich, Herr Gugelmoser?
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17.1.2008 von Mrs. Tapir.
Wenn es nicht eigentlich ernst wäre, man muss schon schmunzeln:
Brief der Betriebsverwaltung an alle Abteilungen:
Am 7.1.08 Tag kam es im Kellergeschoss des Hauses Stettinerstraße in der
Elektrohauptverteilung unseres Unternehmens zu einem Schwelbrand eines Kondensators.
Der Einsatzleiter der Feuerwehr bemängelte, dass sich trotz Feueralarm
noch zahlreiche Personen im Haus 3 aufhielten.
Grundsätzlich ist das jeweilige Gebäude beim Ertönen der Sirenen zu
verlassen!
Ich bitte außerdem darum, zukünftig Anrufe in der Verwaltung mit der Frage “Ob es wirklich
brennt?” zu unterlassen!
N.N.
Na denn …
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16.1.2008 von Mrs. Tapir.
Hatte ich nicht schon einmal über mein geplantes neues Forschungsprojekt geschrieben: Die Kuscheltiere?
Sie lächeln? Es handelt sich um ein höchst aktuelles, wissenschaftlich bisher wenig beachtetes Phänomen der frühkindlichen Entwicklung und Pädagogik und ist von der Bindungstheorie angefangen bis zu soziologischen Fragen richtig spannend. Und, ich gestehe, es macht Spaß! Darf das Forschung nicht?
In diesem Zusammenhang sammle ich Aussagen über die Bedeutung, die Kuscheltiere im Leben von Menschen hatten oder haben. Diese Aussagen finde ich überall. Meine seriösen Studierenden des berufspraktischen Kurses fingen gleich Feuer, als ich von meinem Projekt erzählte und hatten interssante Anregungen für mich. Z.B. diese:
* Warum bringen wir als Eltern es nicht übers Herz bringen, die Kuscheltiere wegzuwerfen, wenn die Kinder groß sind?
* Warum fixieren sich einige (nicht alle) Kinder Auf ein ganz bestimmtes Kuscheltier?
* Warum muss es immer genau das gleiche sein. Warum ist das Kuscheltier für manche Kinder nicht austauschbar, auch nicht durch ein neues Tier des gleichen Modells?(Geruch)
* Warum brauchen manche Kinder mehrere Tiere?
* Ist es „normal“ als Erwachsener sein Lieblingstier zu lieben?
* Warum ist die Erinnerung an den früher geliebten Teddy so intensiv?
* Weshalb bleibt man wie magisch angezogen vor Auslagen mit Kuscheltieren stehen?
Im Kontext meines Projektes lerne ich interessante Menschen kennen, die sich ganz und gar dem Phänomen Kuscheltier und vor allem dem Teddybär verschrieben haben, so z.B. Frau Frey, die Teddymutter von Jena, die nicht nur individuelle Teddys gestaltet sondern eine richtige
Teddyexpertin ist. 
Neben Ausstellungen ist sie die Herausgeberin eines Buches mit Teddygeschichten (“Der Blick des Teddybären”), die ihr auf ein Inserat hin von Teddyfreunden und Freundinnen geschickt wurden. Interessanter Weise sind es fast ausschließlich Geschichten von Menschen der ersten Nachkriegsgeneration.
Ein Besuch bei ihr brachte mir viele Teddyanblicke und etliche Teddyblicke, die sich neugierig, fragend, lustig, fordernd, verträumt… auf mich richteten. Es fiel mich schwer, sie alle da zu lassen. ‘
Und ich fand eine Fülle von Material, das ich für meine Forschungen gebrauchen kann. Herzlichen Dank!!
Über Teddygeschichten, Anmerkungen und Fragen zum Thema Kuscheltier freue ich mich übrigens immer.
Noch ein Tipp für alle Kuscheltierliebhaber und Liebhaberinnen und alle, die gerne mal Psychiater spielen möchten : In der Anstalt für Kuscheltiere bei paraplüsch kann man ein neues Tier kennen lernen und heilen… ein Schildkröte, der übel von ihren Menschen mitgespielt wurde! Viel Spaß!
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14.1.2008 von Mrs. Tapir.
Heute habe ich meine literarische Homepage “GESCHICHTEN-WERKSTATT” neu gestaltet.
Das aktuelle Thema heißt: “BEZIEHUNGSKISTEN”.
.
das liest sich z.B. so:
Thore stand vor der Haustür und sah ihr nach. Der dunkelrote BMW würde gleich um die Ecke auf die Dorfstraße einbiegen.
Für den Bruchteil einer Sekunde konnte er ihr Gesicht noch sehen, ihren zusammengepressten Mund und die harten, angespannten Züge. “Alte Hexe!”, dachte er. Wie gut, dass er sie für ein paar Stunde nicht würde ansehen müssen! …..
Der kühle Morgen hat die Zaubernebel plötzlich aufgelöst
und gibt den klaren Blick zurück in alle leeren Himmel.
Ich finde frierend mich, gestürzt auf feuchte Erde.
Der Zauber trägt nicht mehr.
Dort neben mir steht immer noch der gleiche Mann.
Das Leuchten seiner Augen ist jedoch erloschen.
Ich greife tief erschrocken nach dem Lächeln seiner Lippen.
doch meine steifen Finger brechen, was sie halten wollen.
Mein Arm wiegt zentnerschwer in dieser kalten Luft.
Der Jubelton, der letzte, ist verstummt.
Ich schweige auch
und kann es lange gar nicht fassen:
Zu unsren Füßen liegt der Turm
wie einst in Babel.
Da ist nur noch die Stille,
die da immer war.
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13.1.2008 von Mrs. Tapir.
Zur Illustration meiner Texte zum Thema “Beziehungskisten”, die ich in wenigen Tagen auf meiner Literatur-Homepage veröffentlichen werde, hat mir die Berliner Künstlerin Linde Bischof 31 ihrer Werke zur Verfügung gestellt.
Hier eine Kostprobe:
Geschrieben in gesehen, Dichtung & Kunst, Texte von mir | Keine Kommentare »
12.1.2008 von Mrs. Tapir.
Die Karikatur ist der von NABU herausgegebenen Broschüre: Nur gucken, nicht streicheln entnommen.

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10.1.2008 von Mrs. Tapir.
Literatur beschäftigt sich seit der Antike mit der jungen Liebe, dieser beflügelten Zeit, in der all unsere Sehnsüchte und Träume in Erfüllung zu gehen scheinen.
Mich hat schon immer gewundert, dass der Alltag einer Beziehung mit ihren Routinen, der drohenden Langeweile und mit ihren Krisen und Beziehungsproblemen viel seltener Thema von Literatur und Kunst ist.
Paar in Berliner Café
“Beziehungskisten” findet man, wenn man sich nur umsieht: kaputte Ehen, krieselnde Partnerschaften, Seitensprünge, neue Beziehungen, andere Beziehungen, der Wunsch nach neuer Freiheit, der Wunsch nach der besseren Beziehung… Allzu oft signalisieren solche Phänomene das Ende einer Beziehung. Ihre Bewältigung aber wäre unser Glück.
Nach dem Thema “Kinder haben” und dem Herbstthema: “Abschied, Herbst, Trauer” habe ich beschlossen, in meine Literatur-Homepage für die nächsten Monate etwas ganz anderes einzustellen. Etwa ab Mitte Januar sind dort Kurzgeschichten, Gedichte und eine Erzählung zu lesen zum Thema: BEZIEHUNGSKISTEN.
Als Jugendliche habe ich mich über das folgende Gedicht geärgert. So stellte ich mir meine Zukunft nicht vor. Auf eine solche Beziehung wollte ich gerne verzichten.
Heute muss ich schmunzeln und schreibe es mit Vergnügen und natürlich auch zur Ehre des Jubilars hier auf:
Die Liebe war nicht geringe - Wilhelm Busch
Die Liebe war nicht geringe,
sie wurden ordentlich blass;
Sie sagten sich tausend Dinge
und wussten immer noch was.
Sie mussten sich lange quälen,
doch schließlich kam’s dazu,
dass sie sich konnten vermählen.
Jetzt haben die Seelen Ruh.
Bei eines Strumpfes Bereitung
sitzt sie im Morgenhabit;
Er ließt in der Kölnischen Zeitung
und teilt ihr das nötigste mit.
So ist das Leben. Und diese Variante ist vielleicht die beste von allen?
Sehr oft geht es dramatischer zu, heftiger, mit Schmerzen und Hass verbunden, mit Enttäuschung und Unglück.
Hiervon werden meine Texte erzählen …
Geschrieben in meine Lieblingsgedichte, Frauen & andere Menschen, gelesen, Texte von mir | Keine Kommentare »