gesehen – Infosendung Suchkinder

Zufällig habe ich Freitag Abend im ADR-Fernsehen die Infosendung über die sogenannten „Suchkinder“ eingeschaltet, Kinder, im im Verlaufe des 2. Weltkrieges verloren gegangen waren und die lange Jahre und zum Teil noch heute von ihren Angehörigen gesucht werden. Diese Infosendung schloss sich wohl an einen Spielfilm zum Thema an, auf den ich vermutlich mit Abschalten reagiert hätte.
Die Infosendung aber war wirklich interessant.

Eine Sequenz hat mich echt beeindruckt:

Ein heute ca. 60 Jahre altes Geschwisterpaar erzählte von der Situation, als sie, nach etlichen Jahren Heimaufenthalt in einem Mecklenburger- Kinderheim, wieder zurück zu ihren inzwischen gefundenen Eltern sollten. Noch heute sah man ihnen die damaligen Gefühle an: Sie wären lieber in der vertrauten Umgebung geblieben, bei den Freunden, dort, wo sie sich zu Hause fühlten, was für sie Heimat geworden war. Sie sprachen noch immer voller Andacht von dem „schönen Heim“ in dem es ihnen so gut gegangen war und in dem sie so glücklich gewesen waren.
Das fiel auf, erwartet man doch zu diesem Thema eher rührselige Geschichten von Familienzusammenführung…. Die armen Eltern, denkt man spontan….

23lan.jpg

Heimerziehung mal ganz anderes gesehen…..

 

Ich war überrascht über diesen doppelten Tabu-Bruch:

– so offen darüber zu reden, dass eine Heimerziehung für Kinder eine echte Heimat werden kann und sie diese Heimat, wenn es nach ihnen gegangen wäre, einem unbekannten Elternhaus vorgezogen hätten, das war schon verblüffend, –

– und das alles auch noch in einem DDR-Heim kurz nach dem Krieg!
Bemerkenswert!

Dieser Beitrag wurde unter gesehen, Leute & Geschichten, Soziale Arbeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar