gesehen – Infosendung Suchkinder

Zufällig habe ich Freitag Abend im ADR-Fernsehen die Infosendung über die sogenannten „Suchkinder“ eingeschaltet, Kinder, im im Verlaufe des 2. Weltkrieges verloren gegangen waren und die lange Jahre und zum Teil noch heute von ihren Angehörigen gesucht werden. Diese Infosendung schloss sich wohl an einen Spielfilm zum Thema an, auf den ich vermutlich mit Abschalten reagiert hätte.
Die Infosendung aber war wirklich interessant.

Eine Sequenz hat mich echt beeindruckt:

Ein heute ca. 60 Jahre altes Geschwisterpaar erzählte von der Situation, als sie, nach etlichen Jahren Heimaufenthalt in einem Mecklenburger- Kinderheim, wieder zurück zu ihren inzwischen gefundenen Eltern sollten. Noch heute sah man ihnen die damaligen Gefühle an: Sie wären lieber in der vertrauten Umgebung geblieben, bei den Freunden, dort, wo sie sich zu Hause fühlten, was für sie Heimat geworden war. Sie sprachen noch immer voller Andacht von dem „schönen Heim“ in dem es ihnen so gut gegangen war und in dem sie so glücklich gewesen waren.
Das fiel auf, erwartet man doch zu diesem Thema eher rührselige Geschichten von Familienzusammenführung…. Die armen Eltern, denkt man spontan….

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Heimerziehung mal ganz anderes gesehen…..

 

Ich war überrascht über diesen doppelten Tabu-Bruch:

– so offen darüber zu reden, dass eine Heimerziehung für Kinder eine echte Heimat werden kann und sie diese Heimat, wenn es nach ihnen gegangen wäre, einem unbekannten Elternhaus vorgezogen hätten, das war schon verblüffend, –

– und das alles auch noch in einem DDR-Heim kurz nach dem Krieg!
Bemerkenswert!

Über Mrs. Tapir

Perspektive: ungewiss; meine älteste Verwandte wurde 104 Jahre alt, mein Großvater starb mit 54. Beruf: muss noch ein paar Jährchen, werde es aber kaum bis 67 aushalten; obwohl ich mir schon als Schülerin geschworen hatte, nie Lehrerin zu werden, bin ich schließlich doch hier an einer Hochschule gelandet Kinder: ganze drei habe ich groß gekriegt Partner, Liebhaber und Ehemänner; habe diverses hinter mir, zwei mal geschieden, nach Trennungen öfter traurig, noch öfter froh; seit 4 Jahren dritter und hoffentlich letzter Versuch einer glücklichen Ehe Themen: schon immer waren die wichtigsten Themen meines Lebens Literatur, Natur und Menschen. Und obowohl ich eigentlich ein unpolitischer Mensch sein möchte, gelingt mir das auch immer wieder nicht. Ansonsten: Tapire sind Einzelgänger, irgendetwas zwischen Pferd und Schwein, dickfellig aber sensibel, schön im Auge des begnadeten Betrachters, ihre vorn spitz zulaufende Schnauze ermöglicht es ihnen, sich schnell durch das Dickicht südamerikanischer Wälder zu bewegen.
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