Mütter und andere Frauen

Was ich gestern über Frau Herman schrieb, das ist das eine: Sie hat Unrecht, weil sie uns sozusagen die Vaterliebe des Massenmörders als Vorbild hinhält.

Aber da ist auch noch mehr.
Das Frauenbild, das sie vorträgt ist für mich unerträglich, ist eine dümmliche Selbstbeschneidung, eine Verspottung all der Frauen, die für Frauenrechte, für ein gleichberechtigtes Leben von Frauen gekämpft haben. Frau definiert sich ebenso wenig über das Kinderkriegen wie ein Mann sich über das Kinderzeugen definiert. Ich habe drei Kinder und ich habe immer die Frauen verteidigt und anerkannt, die sich bewußt gegen Kinder entschieden haben.
Kinderkriegen ist eine gute Sache. Aber sie ist nicht Angelegenheit der Frau sondern der Menschheit. Eine Frau ohne Kinder ist genau so wertvoll und ein ebenso wichtiger Mensch wie eine Mutter.
Ich möchte mit Verlaub nicht auf meine biologische Funktion reduziert werden. Es ist tottraurig, dass wir, die Frauen der 68er Jahre, heute mit ansehen müssen, wie uns die menschlichen Errungenschaften der Frauenbewegung von einem Teil der nach uns kommenden Generation um die Ohren geworfen wird.

Und ich denke, nicht zuletzt auch so ein erzkonservatives Frauenbild ist ein perfekter Nährboden für eine faschistische Frauensicht, die die Frau nur noch als Gebärerin gesunder Herrenmenschen sieht.

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