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August 2007
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Archive für 5.8.2007

Enklave westliche Welt

Ein Radiobericht über Sao Paulo, die dritt größte Stadt der Welt…..
In Brasilien besitzen 1% der Bevölkerung mehr als die ärmste Häfte der Bewohner dieses Landes. Die Reichen leben außerhalb der Mega-Millionenstadt in einer gepflegten Landschaft, umzäunt, bewacht, mit eigenen Schulen, Kindergärten, Geschäften, Parks, in einer eigenen, heilen, guten Welt, in der die anderen, die in dieser Stadt leben, nicht szu suchen haben. Ihnen wird der Eintritt mit Gewalt verwehrt.
In der Stadt können sich die Reichen nur mit gepanzerten Autos bewegen. Sie befinden sich unter der armen Bevölkerung ständig in Gefahr überfallen, bedroht, ausgeraubt zu werden. Und sie wissen sich zu schützen und zu wehren….
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Vor Jahren lebte eine Bekannte von mir mit ihrem Mann und ihrer Familie in so einer Enklave und hat es nicht ertragen können, ist wieder zurück gekommen nach Deutschland…
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Ich frage mich, wie die Kindergärtnerin den Kindern erklärt, warum es bei ihnen in ihrer Enklave so friedlich und schön ist und draußen in der Stadt so böse und gefährlich. Und warum sie hier alle zu essen haben und hübsch angezogen sind und Kinder in der großen Stadt abgerissen und hungrig auf der Straße leben müssen und für ihr Essen stehlen, sich verkaufen oder Menschen berauben müssen.
Werden sie ihnen sagen, dass die Menschen in der Enklave die Guten, die Besseren Menschen sind und die anderen böse und gefährlich? Wird es ein Kind geben, dass von sich aus auf die Idee kommt, dass es nicht verwunderlich ist, dass die anderen böse sind, wenn sie von all dem hier mit Gewalt ausgeschlossen werden?
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Sao Paulo ist die Welt. Wir sitzen im reichen, wohlhabenden, sauberen, guten, gebildeten, kultivierten, auch noch christlichen Westen und tun alles dafür, dass die anderen nicht zu uns rein können. Stattdessen planen wir Kriege, um uns vor den Angriffen der Armen zu schützen. Oder besser, wir fangen die Kriege lieber selber schon mal an, damit sie keine Chance haben, uns angreifen und uns das wegnehmen zu können, was, verdammt noch mal, uns gehört in dieser Welt.
Und wehe dem, der hierzulande nicht begreift, dass es gilt, diese unsere Welt zu verteidigen. (Und außerdem uns auch noch ihr Öl zu sicher, das dummerweise bei ihnen im Boden steckt und nicht in der Nordsee oder in Texas.)

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