Lärmexport

Zweifellos ein erfreuliches Ereignis, dass der Bundeswehr bis auf Weiteres vomn Verwaltungsgericht Potsdam untersagt ist, das Bombodrom in Wittstock als Truppenübungs- und Luft-Boden Schießpaltz zu benutzen. Die Klagen der Anwohner und der Umweltverbände haben geholfen!

Der Radiokommentator ist ebenfalls angetan von diesem Ergebnis bürgerlicher Gegenwehr: Und er erinnert sich an seine frühe Kindheit, als er riesige Angst hatte vor dem Lärm der Tiefflieger und wie irre durch die Felder nach Hause gelaufen ist, wenn er sie über sich hörte. Er kann die Anwohner also nur zu gut verstehen, dass sie den Tornadolärm über sich nicht dulden wollen.
Und auch der Mann von der Bundeswehr ist gar nicht wirklich böse. „Wenn wir da nicht üben können, so ist das nicht weiter tragisch“, so ähnlich lässt er verlauten. „Es gibt genug geeignete Orte im Ausland, wo wir unsere Übungen durchführen können.“
Lärmexport, nennt der Reporter das.
Tornados in Afganistan sind ja nicht unser Problem. Was Kinder da denken und fühlen, wenn sie unsere Tornados hören, kann uns offenbar egal sein.
Und nicht zu vergessen:
Wir exportieren nicht nur den Lärm der Tornados, wir exportieren auch ihre Fähigkeit, Tod und Vernichtung von Menschenleben zu einem planbaren Ereignis machen.

Deutschland ist bekanntlich Exportweltmeister.

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