Studienabbruch wegen Gebühren

Heute kam ein älterer Student zu mir in die Sprechstunde, um mir mitzuteilen, dass er das Studium abbrechen muss.

Er studiert als voll Berufstätiger und hat durch diese Doppelbelastung die Rechtsprüfungen nicht im vorgesehen Zeitrahmen geschafft. Nun werden von ihm ab nächstem Semester Studiengebühren verlangt. (In Thüringen werden bisher Studiengebühren nur von sogenannten Langzeitstudenten verlangt). Die kann er nicht bezahlen. Sein Sozialarbeitergehalt gibt das nicht her. Schade.

Es gibt Leute, die können sich nicht vorstellen, dass Studiengebühren oder auch schon die Verwaltungspauschale von 50 Euro, die jetzt von unseren Studierenden verlangt wird, richtige Finanzierungskrisen auslösen können für die Studenten.

Es gibt eine Menge StudentInnen, die einfach kein Geld haben und unter der Armutsgrenze leben. Die meisten müssen nebenher Geld verdienen, oft im einschlägigen Berufsfeld aber -weil noch ohne Abschluss – weit unter dem Üblichen, von Tarif kann schon lange nicht mehr die Rede sein.

Der neue internationale bachelor erwartet von den Studierenden eine 60 Stunden Woche. Dann ist es mit Geldverdienen ganz schlecht. Wer kann dann noch studieren. Wer wird das durchhalten?

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