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27.5.2007 von Mrs. Tapir.
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Gestern pfui heute begehrt!
Über die allgemein übliche Krippenerziehung in der DDR haben Wessis vor und nach 1990 noch lange kräftig die Nase gerümpft.
In der allerjüngsten Zeit hat sich da nun etwas bewegt:
Als meine Mutter ihre Erzieherinnenausbildung machte, fühlte sie sich als pädagogische Pionierin. Sie studierte am damals einzigen nicht nationalsozialistischen, katholischen Kindergärtnerinnenseminar in Freiburg im Breisgau. Damals war der Begriff Kindergärtnerin relativ neu. Die Studentinnen sahen sich als Vorkämpferinnen einer frühpädagogischen Konzeption, die die alte Kinderbewahranstalt ablösen und aufheben sollte. Der Name Kindergarten (im Englischen interessanterweise „kindergarten“) sollte zum Ausdruck bringen, dass es hier ums Wachsen, Entwickeln von Kindern in einer freundlichen, sorgenden und fördernden Umgebung gehen sollte.
Mütter, die ihre Kinder in den Kindergarten schickten wurden zur damaligen Zeit aber auch noch nach dem Krieg im Westen immer ein wenig schief angesehen. Entweder hatte die Frau es nötig, weil sie arbeiten gehen musste und ihr Mann eben nicht genug verdiente oder aber „es war für die Kinder besser so“.
Heute sind diese Vorbehalte gegenüber der Einrichtung Kindergarten nicht mehr nachvollziehbar. Jeder weiß, dass eine Kindergartenzeit für Vorschulkinder wichtige Impulse für ihre Entwicklung liefert und auf die Schule und ihre kognitiven und sozialen Aufgaben vorbereitet.
Es ist anzunehmen, dass auch die Krippenerziehung eine ähnliche gesellschaftliche Anerkennung erfährt. Es will ja schon jetzt keiner mehr wissen:
Gestern indiskutabel, heute ein Muss.
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