Emanzipation abgehakt?

Meine Kinder haben immer schon müde abgewunken, wenn ich auf das Thema Frauenemanzipation zu sprechen kam. Heute kein Problem mehr!

Immerhin hat meine Älteste neulich mal festgestellt, dass die Frauen meiner Generation so einiges erkämpft haben, was heute ganz selbstverständlich ist. Das ist doch schon was!

Tatsächlich ist die Situation der Frauen heute eine andere. Vieles ist jetzt möglich und ganz normal, was in meiner Jugend überhaupt nicht denkbar war.
Aber passé ist das Thema wohl doch noch nicht. Zumindest kommen mir immer wieder mal Zweifel, ob es mit der Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen heute so sehr weit her ist, wie viele denken.
So ging es mir z.B. gestern auf unserer Teamkonferenz im Fachbereich, wo die Ergebnisse der Absolventen-Befragung vorgestellt wurden (Befragung bei ca. 500 ehemaligen StudentInnen des Fachbereichs Soziale Arbeit).
Bei uns studieren ca. 15 % männliche Studenten. Soziale Arbeit ist also ein absolut typischer Frauenberuf. Aber wer von unseren ehemaligen Studierenden hat heute Leitungspositionen? Fast alle von den Männern und nur verschwindend wenig von den Frauen. Und das Beste: die Korrelation zwischen der Abgangsnote des Diploms und der Frage, ob sie heute Leitungspositionen einnehmen ergab Folgendes: Es waren tatsächlich nur Frauen mit Supernoten in Leitungspositionen. Bei den Männern spielten die Noten keinerlei Rolle. Eine Vier stand bei Männern einer Karriere nicht ihm Wege. Als Qualifikation reichte es offenbar aus, ein Mann zu sein. Und das in einem Berufsfeld, wo ca. 80% Frauen arbeiten.
Oh Mann, was soll man , was soll frau dazu sagen???

Kennt jemand noch die Gruppe Schneewitchen?


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