Unsere Streusandbüchse

Schmachtenhagen

Irgendjemand hat heute Geburtstag. War es Karl Marx oder mein erster Mann?

Egal.

Heute gab es für mich frische Luft, Sonne und Bewegung satt. Den ausgedörrten Garten wässern, ein Dutzend neue Pflänzchen einpflanzen, die wir heute früh von unserem Lieblingsgärtner geholt hatten, hacken, jäten…Levkojen und Zinien: ich lese volle Sonne, nährstoffreiche Böden; ich hätte es wohl besser lassen sollen. Das Ergebnis wird mich enttäuschen!

Der Boden unserer brandenburgischen Streusandbüchse fühlt sich zur Zeit dieser Trockenheit an wie reiner Flugsand, zerrinnt zwischen den Fingern wie eine Flüssigkeit. Manchmal wundere ich mich, dass sich die Pflanzen darin überhaupt festhalten können. Öfter träume ich von schwarzer, fetter Gartenerde. Aber eigentlich ist es gleich, wie mühsam oder leicht es ist, dem Boden blühendes Leben zu entlocken. Immer ist es ein wunderbares Erlebnis, auch wenn die Schönheit karg bleibt und die Blüten klein und vorsichtig.

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.Das Wiederauftauchen der im letzten Jahr gepflanzten Stauden und Funkien rührt mich. Es kommt mir vor, als würden sie mir – ich hatte es kaum zu hoffen gewagt – so etwas wie Treue beweisen. Was haben sie die langen Monate allein im Dunkel gemacht, während ich nicht wusste, ob sie jemals wiederkommen würden?

Manches ist auch einfach nicht mehr erschienen. Der Engelwurz. Wahrscheinlich hat auch er sich etwas anderes unter Mutterboden vorgestellt. Nun gut, aber viele sind wieder da und haben also beschlossen, es hier mit meiner Sandbüchse aufzunehmen.

Unser Brunnen fließt wieder und ich genieße das kühle, frische Wasser, wenn es mir über die Arme läuft. Es ist herrlich, einen solch guten Brunnen zu haben während dieser trockenen Tage. Wir können ohne schlechtes Gewissen mit unserem Wasser so viel wie wir wollen im Garten herumspritzen. Es kostet nichts und wir geben es ja dorthin zurück, wo es herkommt.

Der Himmel ist noch immer makellos blau. Regen ist vielleicht für nächste Woche angekündigt. Auf dem Abreißkalender mit Bildern von Hundertwasser, der bei uns im Bad auf der Fensterbank liegt zur täglich neuen Freude, zeigt sich heute ein Bild mit dem Titel :“Save the rain – each raindrop is a kiss from heaven“.

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