Dino?

„Dino talks about“: 68erin sagt, was zu sagen ist – auch zur  SCHÖNEN NEUEN WELT

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An die, die weiterleben

Gedanken von 20o3 – die heute noch immer zutreffen)
I
Ja, sicher, uns geht es gut.
Sogar unsere Armen sind meistens satt.
Die auf der anderen Seite stehen,
sehen uns mit Neid und Hass.

Man sagt euch, ihr müsst verteidigen,
was euer ist. Und warum?
Ich kann die Tür nicht verschließen vor denen,
die Einlass begehren.
Ich kann nicht sagen: Dies hier gehört uns.
Es gehört den Menschen.

Ich kann auch nicht sagen:
unsere Götter sind die besseren,
unsere Sitten sind die richtigen,
unsere Gedanken sind wahrer als ihre.

Rom bleckt mal wieder die Zähne.
Es hat die besseren Waffen
und einen großen Hunger.
Recht hat, wie immer, wer stärker ist:
Im Namen Gottes, der Demokratie und
was sonst noch so einfällt.

Dies ist keine Welt,
die wir euch mit Stolz hinterlassen.
Dies ist das Reich der Wölfe im globalen Pelz.
Am Hof herrscht der allmächtige
Spaß, und das Geklingel der Kassen
füllt die Hirne und Herzen.

II folgt

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Dino lacht

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Ein Dinosaurier zur Lage

Ich habe inzwischen fast 70 Jahre in dieser Welt gelebt.
Es war nicht einfach. Aber es gab eine Zeit, da war es anders als heute und besser. Wenn auch genauso kapitalistisch. Aber das Raubtier war sozusagen noch im Käfig, so schien es uns. Heute ist das Leben immer schwerer und komplizierter geworden. Obwohl so viele sagen, dass es uns nie besser ging.
Ich staune, wie locker aber ahnungslos die Jungen meinen, damit zurecht zu kommen. Für Kritik haben sie keine Zeit, denn das Leben reißt sie voran und sie sehen für sich eine Zukunft. Einige zumindest. Aber ich weiß: sie wissen nicht, dass es anders sein könnte. Und sie wissen nicht, was noch passieren kann.
Ich bin mir darüber im Klaren, dass nur ganz wenige meine Gedanken teilen werden. Ich habe schon so oft erfahren, dass selbst die, die verstehen, was ich meine, wehmütig die Schultern zucken und ihr Gefängnis leugnen, die Zäune ringsum nicht mehr sehen können und am Ende diese unsere Welt für die einzig mögliche und dazu auch noch heilbringende Welt halten.

Oh ja, ich bin ein Dinosaurier aus den 68er Jahren. Meine Gegner und meine Freunde haben dieses Wort in den letzten Jahren ständig zu mir gesagt. Sie wollten mich kaltstellen oder mir  zu verstehen geben, dass ich besser nicht mehr mitrede.

Und auch ich hätte eigentlich keinen Grund zu klagen: Es geht mir gut. Oder etwa nicht? Schließlich lebe ich in dem Teil dieser Welt, wo es einem bestens geht, auch wenn die meisten Menschen auf diesem Planeten hungern, in menschenunwürdigen Verhältnissen aushalten müssen, von Kriegen und von Katastrophen bedroht sind.
Wir alle sind Spielball derer geworden sind, die versuchen, mit ihrem Geld und ihrer Macht unsere Welt Schritt für Schritt im eigenen Machtinteresse global und neoliberal vor die Wand zu fahren. Aber bei uns wird das totgeschwiegen. Es geht uns gut.

Ich könnte ab jetzt einfach zu alle dem schweigen. Ausgestiegen bin ich schon. Ich könnte die letzten Jahre einfach grinsend oder auch traurig  tatenlos zuschauen. Ich dürfte es mir durchaus gut gehen lassen.
Aber so vieles möchte ich noch sagen und so vieles beklagen. Und ich möchte erzählen, warum es sich dennoch gelohnt hat.
Und vielleicht kann ich auch Hinweise geben, wie eine bessere Welt aussehen müsste, und wie sie erreichbar ist. Und was diese Welt retten könnte.
Ich habe mich also entschlossen, nicht zu schweigen.
Nennen wir mein Motiv für diesen Blog: Solidarität mit der menschlichen Gesellschaft.

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AUF EIN NEUES

Nach sieben Jahren nehme ich diesen Blog wieder auf.

Inzwischen ist das Wort „Krieg“ kein abstraktes Wort mehr, sondern harte Realität.

Auch sonst ist die Welt nicht besser und nicht unkomplizierter geworden.

Ich, Ms. Tapir, bin seit einigen  Jahren in Rente. Meine aktive Zeit der letzten 5 Jahre in der Kritischen Sozialen Arbeit habe ich vorerst beendet. Noch immer sitze ich im Glashaus und habe so manchen Stein abbekommen. Manche haben Narben hinterlassen.

Aber Glashäuser haben auch einen Vorteil: man kann verdammt viel von dem sehen, was da draußen abgeht: auf der Straße, in den Städten, bei den Ausgestoßenen und denen, die meinen, ihnen gehöre die Welt.

Mal sehen.

 

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Schwerter zu Pflugscharen? – mein Antikriegstagebuch

Panzer zu Hüpfburgen!!!

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Als die Opposition in der DDR mit dem Slogan „Schwerter zu Pflugscharen“ die westlichen Pazifisten und dazu vor allem auch alle Antikommunisten und DDR-Feinde begeisterte, hatte schon damals keiner vor, in Westdeutschland die Produktion und den Verkauf von Waffen ins Ausland einzustellen.
Was wäre, wenn heute „Panzer zu Traktoren“ oder „Bomber zu Sonnensegeln“ gefordert würde?
Galt und gilt der Pazifismus also doch nur für die anderen, für die, denen man das Recht abspricht, ihrerseits mit Waffen zu drohen?
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unser robustes Mandat – mein Antikriegstagebuch

Als unser Von und Zu jüngst das Wort „Krieg“ für salonfähig erklärte – zumindest im umgangssprachlichen Sinn (!) – hoffte mancher, dass nun eine Diskussion losbrechen würde darüber, dass das bestehende Mandat einen Kriegseinsatz nicht abdeckt.

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Aber wir haben es gestern ja gehört: Das bestehende Mandat für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan muss laut Merkel nicht verändert oder erneuert werden. Die Soldaten haben  nach wie vor die Aufgabe, vor allem Brunnen zu bauen und den Afghanen zu zeigen, wie man Krieg macht.
Das haben unsere lieben Politiker gestern ganz schnell hinter sich gebracht. Die SPD hat ihre Argumentation, dass die Bundeswehr gar kein Kriegsmandat hat,  fallen gelassen, Steinmeier war sowieso anderer Meinung als Gabriel. Trittin bezweifelte, dass unsere Soldaten nur in der Defensive bleiben können. Aber ansonsten ist alles in Ordnung. Außer von den LINKEN kein Versuch, diesen unverantwortlichen Kriegseinsatz infrage zu stellen.

Und Frau Merkel erklärte, dass es gerade jetzt, nach den 7 (also nach dem  37., 38., 39., 40., 41., 42., 43.) Toten verantwortungslos sei, sich aus Afghanistan zurückzuziehen. Wem gegenüber eigentlich?
Und schließlich, nachdem jetzt klar ist, dass wir Krieg führen, darf ja schließlich auch auf Zivilisten geschossen werden. Dieser Oberst Klein hat es vorgemacht und er hat Recht bekommen. Er hat alles richtig gemacht. Schließlich ist ja Krieg.
Zugegeben, das ist  alles ziemlich hart für unsere Jungs und Mädels. Sie brauchen natürlich unsere Unterstützung. Es ist deshalb so wichtig, dass sich die Gesellschaft für die traumatisierten Soldaten nach ihrem Afghanistaneinsatz  engagiert, mit psychologischr Hilfe z.B. Sowas braucht man dann eben. Ist ja kein Zuckerschlecken da in Afghanistan. Wir sollten den Jungen, die sich dafür freiwillig gemeldet haben, dankbar sein, dass die das für uns alle tun, nicht wahr! Der Soldat generiert wieder ein Mal zum Helden.
Tatsächlich: Militär, Soldaten, Krieg, das alles wird wieder Normalität, jeden Tag ein bisschen mehr. Gestern Abend gab es einen Tatort, bei dem ganz zufällig ein netter Feldwebel die Rolle des Guten hatte. Soldat sein ist eben ein ganz normaler  Beruf wie andere auch, ein durchaus ehrenvoller. Wir sollten stolz auf diese Männer und Frauen sein.

70% der Bevölkerung wollen zwar ein Ende des Kriegseinsatzes, aber Mutti erklärt ihnen geduldig, dass man nicht einfach so kopflos, so würdelos abhauen darf. Unerledigte Sachen kann man nicht einfach hinwerfen. Es gilt, jetzt durchzuhalten und zusammen zu stehen. „Ihr müsst ihn einfach wollen, diesen absolut notwendigen Krieg!“
Die Rechnung von Frau Merkel scheint aufzugehen. Die Bevölkerung gewöhnt sich daran, wieder mal einer Kriegsnation anzugehören. Das gibt es scheinbar Sachzwänge, die man nicht ändern kann. Oder ist es nicht sogar natürlich, dass wir unsere Interessen mit Waffengewalt am Hindukusch verteidigen, sozusagen ein Naturrecht der Stärkeren? Und schließlich müssen die vielen Waffen, die hergestellt werden, auch mal genutzt und verschlissen werden, nicht wahr!?
Und so denkt nach der Mandatsdebatte gestern mancher dieser 70%, dass er zwar ein Ende des Kriegseinsatzes will, aber dass er da selber vielleicht zu naiv oder auch zu egoistisch an die Sache herangeht. Denn was würde werden, wenn wir dort nicht mehr für Ordnung sorgen? Dann kämen die Talibans und machten uns alle platt.
Also müssen wir sie eben vorher platt machen:
In der sogenannten Taschenkarte der Soldaten, die jeder bei sich trägt,  ist das aktuelle Mandat am Hindukusch  konkret erklärt. Und die Regelungen sind schon im letzten Juni verschärft worden: Die Bundeswehr ist nach eigenen Angaben nun „nicht nur auf die Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs beschränkt“. Vielmehr kann sie „im Vorfeld geeignete Maßnahmen ergreifen, um es dazu erst gar nicht kommen zu lassen.

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schon die alten Römer sprachen von „befrieden“ – mein Antikriegstagebuch

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Demonstration für den Frieden in Afghanistan

Man sollte nicht sagen, dass das Erlernen der Lateinischen Sprache sinnlos sei. Mir ist jedenfalls beim Lernen der Vokabeln vor einigen Jaharzehnten eine Kronleuchter aufgegangen – über ide alten Römer und ihre Weltherrschaft und überhaupt, über alle Völker, die etwas mit der Weltherrschaft am Hut haben:

da gibt es die Vokabel „pacare„. Das heißt „befrieden„, kommt von „pax“, „der Friede“. Also geht es darum, den Frieden zu bringen für das fremde Land, um das es dabei geht.

Aber da stand noch eine Bedeutung daneben, die mich anfangs sehr irritiert hat, weil ich nicht verstand, wieso das eine Wort diese beiden für mich widersprüchlichen Bedeutungen haben konnte.
Da stand nämlich auch noch : „unterwerfen„.

Bis ich begriff, dass es Menschen und Weltmächte gab und gibt, die andere unterwerfen und vom Frieden Bringen dabei reden.

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Nicht nur die Freiheit, auch der Friede wird von den Menschen ausgelegt, wie es ihnen passt.

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Pazifismus reaktionär? – mein Antikriegstagebuch

Das gestrige „Ossifizierungsthema“  hat noch etwas Unglaubliches für mich zu Tage gebracht:

Der Historiker Wolffsohn, der diesen Begriff in die Welt gesetzt hat,  bezeichnet es als ein gesellschaftliches Problem und als eine „reaktionäre Entwicklung“, dass es im Westen bei den Mittel- und Oberschichten noch immer zum „guten Ton“ gehöre, zur Bundeswehr auf Distanz zu gehen.
Es ist in seinen Augen  „reaktionär“, die deutsche Militarisierung und Kriegsfreundlichkeit, die sich in unserer Gesellschaft immer mehr breit macht und für die in den Medien unermüdlich geworben wird (so auch mit Hilfe dieses Herren), nicht mit Begeisterung aufzugreifen.
Es ist mir klar, dass diese von ihm beschriebene „Distanz zur Bundeswehr“ nicht gleichzusetzen ist mit einer Ablehnung des neuen militären   Selbstbewußtseins und Selbstverständnisses in Deutschland. Und dennoch ist es wenigstens ein Relikt, dass davon erzählt, dass es im Westen Deutschland in den Nachkriegsjahrzehnten eine mehr als begründete generelle Tendenz gab, von kriegersichen und militärischen Absichten im deutschen Land Abstand zu nehmen. Pazifismus war nicht unbedingt bei allen Leuten  gegeben, aber Pazifisten waren angesehen und akzeptiert und verkörperten das schlechte Gewissen der deutschen Nation. Nun ist er also nur noch eine Art schlechter Angewohnheit und „reaktionär“, was wohl heißen hier soll: eine Haltung, die das deutsche Volk in seiner Bedeutung und Wichtigkeit in dieser Welt behindert und einschränkt.

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„Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, wo hab ich das zuletzt gehört? In einer Rede der Bundeskanzlerin, auch nein, nicht wörtlich, sie hat es ein bisschen anders ausgedrückt.

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Ossifizierung? – mein Antikriegstagebuch

Wenn man eine Ablehnung für eine Arbeitsstelle erhält, die nachweislich darauf zurück zuführen ist, dass mann aus dem Osten Deutschlands kommt, kann man sich nicht dagegen wehren. Ossi zu sein ist kein ethnisches Merkmal. So.So.

Heute hören wir von einer Ossifizierung der Bundesewehreinsätze im Ausland. Wessis gibt es fünfmal so viele im Vaterland. Aber die im Ausland eingesetzten Soldaten sind zur Hälfte (erst hieß es 60%, in den nächsten Nachrichten war man auf „fast 50% runtergerudert)  aus dem Osten. „Mehr als jeder dritte der bislang 43 toten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stammte aus den neuen Ländern.“  Dabei ist der „Ost-Anteil vor allem bei den unteren Mannschaftsdienstgraden   (zwei Drittel) , während er bei den höheren Stabsoffizieren auf 16% sank. Was lehrt uns das?

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Handelt es sich bei unseren SoldatInnen vielleicht wirklich um „Arbeitslose in Uniform“, denn die Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit für junge Leute ist im Osten nach wie vor viel größer?
Die Bundeswehr stellt sich schließlich zunehmend als Arbeitsmarkt, als Ausbildungschance und als berufliche Chance dar. Eine elegante Lösung zweier Probleme mit einer Klappe.

Andererseits:
Dass Wort „Ossifizierung“, absulut reif für das schönste Wort des Jahres (aber wer weiß, was noch so kommt?),  scheint auch Bedenken und Befürchtungen auszudrücken: Können wir diesen Ossis unsere Freiheit und Sicherheit z.B. am Hindukusch überhaupt anvertrauen? Ist es nicht ein Problem, dass gerade solche Menschen für das deutsche Vaterland ihren Kopf hinhalten?
Aber vielleicht ist das ja gerade geschickt. Kanonenfutter kam schon immer aus den gesellschaftlich niedrigeren Schichten. Auch in der amerikanischen Armee schlagen sich eher die schwarzen GIs persönlich die Köpfe ein, während der weiße Soldat eher an Computern und in Kampfmaschinen sitzt, wo er sein kostbareres Leben besser geschützt glaubt. Und so hat dann wohl auch alles seine Richtigkeit.

Ich denke, wenn hier irgend eine „Fizierung“ im Gange ist, dann eine Infizierung der Bevölkerung mit dem Virus der Akzeptanz fürs Kriege Führen.

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